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Der Server-Weltmarkt schwächelt weiter

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(Bild: HP)

Nach den Schätzungen des Marktfoschungsunternehmens IDC lagen die Rivalen IBM und HP im Server-Business des zweiten Quartals 2012 nahezu gleichauf. Beide setzten hier jeweils rund 3,7 Milliarden US-Dollar um, was 29,6 (HP) beziehungsweise 29,2 Prozent Marktanteil entsprach. Das gesamte Absatzvolumen des Servermarktes belief sich demnach auf knapp 12,6 Milliarden US-Dollar, 4,8 Prozent weniger als zwischen April und Juni 2011.

Für den abermaligen Umsatzrückgang machte IDC vor allem zwei Faktoren verwantwortlich: Zum einen seien 2010 und 2011 besonders viele neue Maschinen verkauft worden, zum anderen lag das zweite Quartal noch vor einigen wichtigen Generationswechseln. Davon war etwa die Firma IBM betroffen, die ihre neue Mainframe zEC12 gestern erst vorgestellt hat – erst im dritten und vierten Quartal sind daraus Umsätze zu erwarten. Vor einem Jahr hatten gerade die Großrechner das Server-Geschäft beflügelt, aber solche Maschinen kauft man ja nicht jedes jahr neu.

Als einziger der fünf führenden Server-Hersteller konnte Dell beim Umsatz zulegen und damit auch den Marktanteil deutlich steigern, hält aber mit bloß 16 Prozent Anteil weiter die dritte Position mit deutlichem Abstand zu HP und IBM. Auch die Kleinfirmen, die zusammen 15,3 Prozent Anteil am Servermarkt haben, legten durch die Schwäche der Großen erheblich zu – zusammen um 20 Prozent. Bei Oracle ging der Umsatz hingegen um 20 Prozent zurück, bei Fujitsu sogar um 42 Prozent.

Bei den immer stärker dominierenden Servern mit x86-Prozessoren hält der steigende Preistrend weiter an. Zwar wurden mit 1,9 Millionen Stück rund 0,6 Prozent weniger verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber der Umsatz stieg um 3,5 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar – also 69 Prozent des gesamten Servermarktes. Der Löwenanteil davon läuft unter Windows; bezogen auf den gesamten Server-Umsatz legte der Windows-Marktanteil um 2,4 Prozentpunkte auf jetzt fast 48 Prozent (6 Milliarden US-Dollar) zu. Linux wuchs um 1,2 Prozentpunkte auf etwa 22 Prozent des Gesamtmarktes, laut IDC getrieben von Supercomputer-Clustern (HPC) und Cloud-Rechenzentren.

Das Wachstum der x86-Maschinen mit Windows und Linux geht zu Lasten der Dickschiffe mit Unix sowie mit anderen Prozessortypen – im Rennen sind ja etwa noch IBM-Mainframes mit z-Prozessoren, die POWER-Familie, die SPARC-Systeme von Fujitsu und Oracle sowie der Itanium von Intel und HP. Die Umsätze der HP-Sparte Business Critical Systems, die ebenfalls gestern das neue Nonstop-System NS2100 mit alten Itaniums ankündigte, sind aber auf bloß noch 385 Millionen US-Dollar im Quartal geschrumpft. Der seit langer Zeit erwartete Poulson-Itanium steht noch immer aus. (ciw)