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CES

Der Trend geht zu größeren Flach-TVs

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Die Plasma- und LCD-Verfechter kämpfen auch auf der CES verbissen um das bessere Bild – mit ungewissem Ausgang. Gemeinsam ist zumindest der Trend, die Geräte gleich mit 1080p-Fähigkeiten auszustatten, "HD ready" ist schon kein Thema mehr. Wer etwas auf sich hält, stellt eine komplette Wiedergabekette mit "True 24fps" vor, also mit dem Kinoprojektor nachempfundener Wiedergabe: Dreimal hintereinander gezeigte Frames ohne jegliche Framerate-Umrechnung und den damit verbundenen Störeffekten. Für europäische Verhältnisse etwas überraschend ist die Renaissance großer Rückprojektions-TVs, die nun nicht mehr ihre früher übliche Flauigkeit und Winkelabhängigkeit aufweisen: In der neuesten Generation sorgen DLP- oder D-ILA-Bildwandler für ein knackiges und durchaus konkurrenzfähiges Bild, bei deutlich geringerem Preis gegenüber gleich großen LCD- und PDP-Geräten – so gesehen bei JVC, Sony und Samsung. Das neue 87-Zoll-Modell von Samsung misst in der Tiefe nur noch erstaunliche 25 cm.

Mannshohes Trumm: Für Sharps 108-Zoll-Prototyp muss die Schrankwand weichen.

Sharp demonstrierte bereits einen Tag vor offiziellem Messebeginn, dass sich auch in LCD-Technik Riesenschirme verwirklichen lassen. Der Full-HD-Prototyp (siehe Bild) weist eine Diagonale von 274 Zentimetern auf (108 Zoll), er verarbeitet auch 1080p-Signale. Sein "Super View"-Panel wird in Sharps Werk Kameyama 2 gefertigt, hier entstehen die allerneuesten LCD-Panels der nunmehr 8. Generation. Im Broadcast-Bereich will man einen professionellen Monitor mit einem Kontrast von 1000 000 : 1 auf den Markt bringen, ein weiterer Prototyp weist bereits eine Auflösung von rund 4000 × 2000 Pixeln auf.

Samsung stellte auf der Pressekonferenz eine neue LED-Hintergrundbeleuchtung vor, die in den neuesten LCD-TVs zum Einsatz kommen soll. Die "Local Dimming Scanning Backlight" genannte Technik kann das Bild partiell abdunkeln, auch kontrastreiche Szenen sollen so vom "dynamischen Kontrast" profitieren. Bislang konnte hierbei nur die Gesamthelligkeit szenenabhängig nachgeführt werden. "Local Dimming" arbeitet weiterhin mit einer Scan-Rate von 120 Hz.

Pioneer dagegen bleibt der Plasma-Technik treu, die man mit einigen Verbessungen im Panel aufwertete: Neu geformte Entladungszellen sollen einen um 80 Prozent reduzierten Schwarzwert ermöglichen, außerdem wurde ein Polymer-Graufilter zur Steigerung des Kontrastes bei heller Umgebung aufgebracht, der Reflektionen stark mindert. Ein High-Performance-Deinterlacer-ASIC soll auch die oben erwähnte "True 24fps"-Wiedergabe ermöglichen. Geräte mit dem neuen Plasma-Panel sollen entgegen ersten Ankündigungen bereits im Sommer 2007 auf den US-Markt kommen, gezeigt wurde ein 60-Zoll-Prototyp.

65 Zoll für knapp 4200 Dollar: JVC HD-65S998 Rückprojektions-TV mit HD-ILA-Engine.

Philips vermeldete stolz den einmillionsten Ambilight-Fernseher, was man mit einem diamantverzierten Luxusmodell zu feiern gedenkt. Verkauft werden soll das mit 2250 Diamanten (insgesamt 225 Karat) vom New Yorker Juwelier A. Link besetzte Kunstwerk allerdings nicht. Neu in der Philips-Modellreihe ist ein 42-Zoll-LCD- (42PFL9832D) und ein 63-Zoll-Plasma-Fernseher (63PFP7422D), beide mit 1080p-Fähigkeiten. Das besonders von der Seite oft störend flackernde Ambilight soll demnächst mit LEDs ausgestattet werden, bislang setzt man für den ansonsten durchaus angenehmen Umgebungslichteffekt dreifarbige Leuchtstoffröhren ein.

Stewart Muller von Philips USA präsentiert das wohl wervollste Objekt der Messe, einen diamantenverzierten 42"-Fernseher.

LG hat gar neun neue LCD-TVs im Programm, alle mit 1080p-Auflösung und Diagonalen von 37 bis 57 Zoll. Zum Einsatz kommt hier das "Super IPS"-Panel mit "TruWide Viewing Angle Technology". Letztere soll auch bei extremen Blickwinkeln von bis zu 178 Grad Farb- und Kontrastverschiebungen vermeiden. Die besseren Modelle verfügen über die bei LG "TruMotion Drive" genannte 120-Hz-Technik. In der LY3D-Serie will man eine Abdeckung von 92 Prozent des möglichen NTSC-Farbraums erreichen – das konnten früher nur gute Röhrengeräte. Ob und wann es die 1080p-Geräte auf den deutschen Markt schaffen – und zu welchem Preis – steht allerdings noch nicht fest. (cm)