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Der "Vater der CD" ist tot

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Norio Ohga (hier bei der Vorstellung der MiniDisc) gilt als Vater der CD.

(Bild: Sony)

Der langjährige Sony-Chef Norio Ohga ist am Sonnabend im Alter von 81 Jahren in Tokio gestorben, wie der Konzern am Osterwochenende mitteilte. Ohga war unter anderem maßgeblich an der Entwicklung der Compact Disc beteiligt. So soll der studierte Musiker mit dafür verantwortlich sein, dass die CD einen Durchmesser von 12 Zentimetern und damit eine Spieldauer von 74 Minuten hat: Ohga wollte Beethovens Neunte Symphonie ohne störenden Wechsel des Tonträgers hören – und die längste damals zur Verfügung stehende Version von Wilhelm Furtwängler dauert exakt 74 Minuten. Die an der Entwicklung beteiligten Ingenieure von Philips bevorzugten eine kleinere Variante mit einer kürzeren Spieldauer – Ohga setzte sich durch.

Noch als Student lernte Norio Ohga die Sony-Gründer Masaru Ibuka und Akio Morita kennen. Die beiden Geschäftsmänner waren begeistert von Ohgas Fachwissen. Ab 1953 beriet er – quasi als Studentenjob – das Unternehmen in Sachen Tontechnik, bevor er 1959 fest bei Sony einstieg. Nach der erfolgreichen Einführung der CD war Ohga auch an der Entwicklung von Sonys MiniDisc, der CD-ROM sowie der DVD beteiligt.

Laut seiner Philosophie waren Hard- und Software "zwei Räder an einem Auto". So führte Ohga 1968 dann auch die Verhandlungen zur Übernahme der Plattenfirma CBS und übernahm die Geschäftsführung des neuen Unternehmensbereichs CBS/Sony Records (heute Sony Music Entertainment). Danach ging es für Norio Ohga bei Sony nur noch nach oben – 1982 übernahm er als Präsident des Gesamtkonzerns das Tagesgeschäft und wurde 1989 zum CEO ernannt. 1994 trat Ohga den Vorstandsvorsitz an, den er 2003 an Nobuyuki Idei übergab. Als Ehrenvorsitzender blieb Norio Ohga Sony aber weiterhin verbunden.

Ohga war nicht nur in seinem Heimatland Japan hoch angesehen: 1994 erhielt er das deutsche Bundesverdienstkreuz. Auch von anderen Ländern und Organisationen wurde der Musikliebhaber geehrt. (jkj)

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