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Der lange Weg zum Android-Update

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Bei verzögerten Updates für Smartphones und Tablets mit Android steht meist der Hersteller in der Kritik. Wenn die nächste Android-Version erst nach Monaten oder gar überhaupt nicht kommt, liegt das aber keinesfalls immer nur an ihm. Vor allem die Provider, aber auch die Chip-Hersteller stellen Hürden für zügige Updates dar. Welche Schritte es bis zur Auslieferung einer neuen Version an den Kunden braucht, hat HTC in einem Blog-Eintrag aufgeschlüsselt.

Welche Schritte für ein Android-Update nötig sind, zeigt HTC in der verlinkten Infografik.

(Bild: HTC)

In einer Infografik führt der Hersteller anhand des HTC One durch den Ablauf. Er unterscheidet sich deutlich bei den drei Versionen für Mobilfunk-Provider, den freien Handel und die Google-Play-Edition mit weitgehend unverändertem Android. Letztere benötigt die wenigsten Schritte bis zum Update. Eine solche Ausgabe gibt es nicht nur für das HTC One, sondern etwa auch für Samsungs Galaxy S4 und neuerdings das Xperia Z1 von Sony. Dass der Verzicht auf herstellerseitige Anpassungen Updates beschleunigt, hat sich in den letzten Monaten gezeigt: Kurz nach den Nexus-Geräten von Google erhielten die Play-Editions die aktuelle Android-Version 4.4.

Eine eigene Oberfläche muss trotzdem nicht zu langen Verzögerungen führen: HTC hat nur einen halben Monat mehr gebraucht, um die Entwickler-Ausgabe und die nicht an einen Provider gebundene Version des One in den USA auf Android 4.4 zu aktualisieren.

Umständliche Provider

Größtes Hindernis sind beim HTC One allerdings die Provider, denn das Update für gebrandete Geräte braucht drei zusätzliche Schritte: Zunächst muss der Hersteller mit dem Provider klären, welche Anpassungen und Softwarebeigaben er wünscht. Bevor das Update durch die Behörden und Google zugelassen wird, muss der Provider es ein weiteres Mal prüfen. Treten Probleme auf, muss der Hersteller seine Nachbesserungen erneut prüfen lassen.

Das HTC One hat bereits Android 4.4 bekommen - aber nur wenn es nicht an einen Provider gebunden ist.

(Bild: HTC)

Wie sich das auswirkt, kann man anhand des HTC One nachvollziehen: Während die Google-Play-Edition bereits Mitte November das Update auf Android 4.4 erhielt, sollen die an einen Provider gebundenen Geräte frühestens Ende Januar versorgt werden. Die große Mehrheit der Smartphones wird auch in Deutschland noch von den Providern vertrieben, die eigene Softwarebeigaben mitliefern. Bei gebrandeten Geräten ist der Ablauf hierzulande also ähnlich.

Eine Frage der Hardware

Ein Update kann auch an der Hardware scheitern, denn Chip-Hersteller wie Qualcomm müssen dafür die Treiber ihrer SoCs (System on Chip) aktualisieren. Das wurde zum Beispiel dem One S zum Verhängnis, in dem HTC wegen Lieferengpässen teilweise einen älteren Prozessor einsetzte. Das Update-Versprechen zog HTC für dieses Modell mehrere Monate später zurück.

Die große Hardwarevielfalt unter den Android-Geräten erfordert für die meisten Modelle diesen Ablauf. Sieht man einmal von den Flaggschiffen ab, ist deshalb weiterhin viel Geduld gefragt. Das Problem ist den Herstellern zwar bewusst, geändert hat sich daran aber bislang nichts. Besitzer älterer und günstiger Geräte müssen deshalb häufig auf Updates verzichten. (asp)