Der neue Edge mit Chromium für Windows 10 kommt jetzt als Windows-Update

Zum 15. Januar 2020 hat Microsoft nach etwa einjähriger Entwicklungs- und Testphase den neuen Edge mit Chromium-Unterbau für Windows 10 fertiggestellt.

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Der neue Chromium-basierte Edge-Browser ist da: Mit Veröffentlichung des Updates hat Microsoft die Beta-Phase beendet und stellt den neuen Edge-Browser Nutzern von Windows 10 ab Version 1803 zur Verfügung. Die Verteilung erfolgt über die Windows-Update-Funktion und der Browser soll künftig alle sechs Wochen aktualisiert werden.

Mit dem Wechsel von der EdgeHTML-Engine zu Chromiums freier Rendering-Engine Blink will Microsoft laut ankündigendem Blogeintrag von den Möglichkeiten der Open-Source-Kollaboration bei der Entwicklung profitieren. Der Umstieg soll Performance und Web-Kompatibilität des Browsers erhöhen. Auch die Kompatibilität mit Chrome ist ein Vorteil; so können Entwickler beispielsweise ihre bereits für Chrome verfügbaren Erweiterungen (fast) unverändert auch für den neuen Edge mit Chromium-Unterbau anbieten.

Auf die Ankündigung des neuen Edge im Dezember 2018 folgte im August 2019 eine erste Beta des Browsers. Im November 2019 wurde schließlich der 15. Januar als Release-Termin bekanntgegeben.

[Update 16.01.20, 9:45 / 12:13]

Trotz anderslautender Ankündigungen hat sich Microsoft entschieden, den pünktlich zum angekündigten Release-Termin veröffentlichten Edge zunächst nur an Teilnehmer des Windows-Insider-Programms zu verteilen. Die Verteilung an die "Insider" soll in den nächsten Wochen beginnen und dann stufenweise auf reguläre Nutzer ausgeweitet werden.

Somit bleiben Nutzern, die (wie am Ende dieses Artikel beschrieben) das automatische Update vorläufig blockieren möchten oder eine Side-by-Side-Installation anstreben, wohl noch ein paar Wochen Zeit.

Interessierte Kunden hingegen haben seit dem 15. Januar schon die Möglichkeit, den neuen Edge als Download für Windows 7 bis Windows 10, macOS, Android und iOS zu beziehen.

Weitere Informationen zu Microsofts Rollout-Plänen für Edge haben wir in einem ergänzenden Artikel zusammengefasst:

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Die Änderungen, die der neue Edge-Browser innerhalb des Betriebssystems Windows 10 mit sich bringt, hat Microsoft in einem eigenen Artikel zusammengefasst. Sobald das Update verteilt wird, werden demnach alle Einträge im Startmenü, in den Kacheln, in den Verknüpfungssymbolen der Taskleiste und auf dem Desktop vom bisherigen Edge-Browser auf den neuen Microsoft Edge nebst neuem Logo geändert. Auf dem Desktop und in der Taskleiste erscheinen Verknüpfungen mit dem neu designten Edge-Browsersymbol.

Der "alte" Edge-Browser verbleibt zwar noch in Windows 10, lässt sich aber nach Installation des Updates nicht mehr aufrufen. Stattdessen leitet das Betriebssystem Nutzer zum neuen Edge um. Damit ist der bisherige Edge faktisch stillgelegt und sein Code dürfte in kommenden Windows 10-Versionen wohl entfernt werden.

In Umgebungen, wo der alte Edge noch eine Zeitlang verwendet werden muss, lässt sich ein Side-by-Side-Modus anwenden. Die erforderlichen Anpassungen haben wir in einem eigenen heise-online-Artikel beschrieben.

In einem zweiten Artikel erklären wir, wie man das Update auf den neuen Edge-Browser (vorläufig) komplett unterbindet. Dies dürfte beispielsweise für den (überschaubaren) Kreis jener Nutzer interessant sein, der noch Windows Mixed Reality verwendet. Denn Microsoft hat eine Liste bekannter Probleme mit Edge und Mixed Reality veröffentlicht. Die reichen vom kurzzeitigen Einfrieren des VR-Displays beim Starten von Win32-Anwendungen wie dem Edge-Browser über verschwindende Kacheln im Mixed Reality-Startmenü bis hin zum Öffnen des Browsers auf dem Desktop statt im Mixed-Reality-Display.


(ovw)