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Der neue Grafikchip von Nvidia bricht alle Rekorde

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Offizielle Angaben sind zwar noch rar, es zeichnet sich aber bereits ein deutliches Bild von Nvidias nächstem Grafikchip NV20 ab. Der in 0,15 µm gefertigte Baustein soll mit 50 Millionen Transistoren doppelt so komplex wie der GeForce2 GTS sein – und übertrifft damit selbst den Pentium 4, der "nur" 42 Millionen enthält. Die Taktfrequenz des NV20 wird voraussichtlich bei bis zu 300 MHz liegen, Speicherhersteller wie Infineon oder Samsung arbeiten bereits an entsprechend schnellen DDR-DRAMs.

Der NV20 entspricht weitgehend dem Grafikchip für die X-Box und verfügt als vollwertiger DirectX-8-Grafikchip über eine programmierbare Geometrieeinheit sowie drei Textureinheiten pro Pipeline. Ein weiteres Merkmal wird voraussichtlich eine Funktion für gekrümmte Oberflächen (curved surfaces) sein. Auch intelligente Mechanismen anstelle der bisherigen "brute force"-Methoden sind wahrscheinlich: Ähnlich wie Konkurrent ATI (Hyper-Z) wird Nvidia Funktionen einsetzen, um die Zugriffe auf den Speicher zu reduzieren. Dazu kommen Kompressionsalgorithmen, interne Speicher für den Z-Buffer und Funktionen für das Ermitteln nicht sichtbarer und verdeckter Bildteile (occlusion detection) in Frage.

Insgesamt erwartet die Grafikbranche von dem Chip gerade bei hohen Polygonzahlen und komplexen Geometrien einen kräftigen Leistungsschub im Vergleich zum Geforce2 Ultra. Aber auch die Leistungsaufnahme wird aufgrund der hohen Transistorzahl und der hohen Taktfrequenz deutlich auf bis zu 15 Watt zulegen.

Der Baustein soll im Frühjahr nächsten Jahres verfügbar werden. 3dfx will im gleichen Zeitraum ebenfalls einen DirectX-8-Chipsatz (Rampage/Sage) auf den Markt bringen, hat in der Vergangenheit aber mehrfach seinen Zeitplan überschritten und sehr viel Renomee eingebüßt. Nvidia kann den Preis des NV20 dadurch relativ frei gestalten. Der Preis von NV20-Grafikkarten dürfte bei 1000 DM und mehr liegen. (Manfred Bertuch) / (law)