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Der private Geldautomat

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Die zum Anfang des Jahres zwecks Jugendschutz vollzogene Umstellung der Zigarettenautomaten in Deutschland von der Bargeld- auf die Kartenzahlung mit der Altersverifikation über den Geldkartenchip hat sich auch auf die Umsätze mit der GeldKarte ausgewirkt. Nach den aktuellen Statistiken des Zentralen Kreditausschusses (ZKA), dem Koordinierungsgremium der Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft, stiegen im ersten Quartal 2007 die Anzahl der Ladetransaktionen um 57 Prozent und die Summe der auf die GeldKarte geladenen Beträge um knapp 64 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei rund 1,8 Millionen Ladevorgängen transferierten Karteninhaber in den ersten drei Monaten insgesamt 48,3 Millionen Euro ins elektronische Portemonnaie und gaben 39,2 Millionen Euro beim Bezahlen mit der GeldKarte aus.

"Der Zuwachs im ersten Quartal ist natürlich hauptsächlich den Zigarettenautomaten zu verdanken", kommentiert der Vorsitzende der Initiative GeldKarte, Volker Koppe, die jüngste Entwicklung. "Wir erwarten aber auch im Gesamtjahr eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr." Im Gesamtjahr 2006 stieg die Zahl der Bezahlvorgänge im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent von 37,8 auf 42,3 Millionen, und die Anzahl der Ladetransaktionen wuchs von 4,5 Millionen auf 5,0 Millionen. Dabei wandelten die Nutzer knapp 130 Millionen Euro in elektronisches Bargeld um und gaben 104 Millionen Euro mit der GeldKarte aus, wodurch sie, erklärte Koppe, den Automatenbetreibern die Handhabung von rund 1.700 Tonnen Münzgeld ersparten.

Derzeit sind in Deutschland rund 68 Millionen GeldKarten im Umlauf, mehr als 75 Prozent aller ec- und Kundenkarten mit dem Bargeld-Chip ausgestattet, und es gibt mehr als 600.000 Akzeptanzstellen – neben den rund 460.000 Zigarettenautomaten sind das Park- und Fahrscheinautomaten, aber auch Einzelhandelsgeschäfte und Webshops im Internet. Die von der deutschen Kreditwirtschaft gemeinschaftlich getragene GeldKarte ist das einzige Bezahlverfahren, das sowohl online als auch offline anonyme Micropayments ermöglicht.

In Kürze werden Nutzer die GeldKarte nicht nur am Automaten oder bei ihrer Bank aufladen können, sondern auch daheim am PC. Nach einer ersten Live-Demonstration auf der CeBIT soll nun im Juni, so war gestern auf der Jahresversammlung der Initiative GeldKarte zu erfahren, dafür ein Portal auf www.geldkarte.de freigeschaltet werden. Der User benötigt lediglich einen Kartenleser mit Display und integrierter Tastatur der so genannten Klasse 3 oder nach der neuen ZKA-Spezifikation "KT-light". Der Hersteller Kobil hat die Marktführung eines solchen Lesers zum Endkundenpreis von 30 Euro zur Jahresmitte bereits angekündigt. Die Lade-Applikation wird als Java-Applet in den Browser geladen, die Installation spezieller Software ist nicht erforderlich. Zum Aufladen muss der User den Betrag jedoch zuvor auf ein Verrechnungskonto überweisen; diesen Schritt der Abwicklung übernimmt der Bankdienstleister giropay, der garantierte Überweisungen per Internetbanking ermöglicht. (Richard Sietmann) / (jk)