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Computex

Design & Innovation Award 2013

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Die Preisverleihung moderierte Ralph Wiegmann, Managing Director der iF Design GmbH aus Hannover.

Ein Produkt, das sich mit einem – möglichst renommierten – Preis schmücken kann, verkauft sich besser. Zudem sorgt die Preisverleihung für mediale Aufmerksamkeit. So wundert es kaum, dass es auf der Computex nur so von "Awards" und "Award Winners" wimmelt. Zu den bereits seit einer gefühlten Ewigkeit existierenden "Best Choice Awards" und dem "Taiwan Excelence Award" gesellt sich seit nunmehr sechs Jahren der Computex Design und Innovation Award. Für das Renommé sorgt hier die iF International Forum Design GmbH aus Hannover. Die angesehene Institution vergibt Design-Preise wie etwa den Red Dot Award, veranstaltet unter dem Label "Organized by iF", aber auch Design-Preise in Zusammenarbeit mit Partnern. Solch einer Partnerschaft entspringt der Computex d&i award. Eine sechsköpfige Jury kürt hier unter den eingereichten Produkten sogenannte Gold Winner sowie einen ganzen Sack voll Preisträger in verschiedenen Kategorien.

Die Jury, von links nach rechts: Kevin Yu-Jui Chou aus Taiwan, Kazuo Tanaka, Japan, Daniel Koo, China, Terry Ko, Taiwan, Professor Kirti Trivedi, Indien und Brad Zuege, USA/Japan.

(Bild: Taitra)

Die Jury ist jedes Jahr anders besetzt und wird zunehmend von asiatischen Designern dominiert. 2013 sind das Daniel Koo aus China von Daniel Koo & Associates, der Japaner Kazuo Tanaka von der 1952 gegründeten GK Design Group Inc., der Inder Kirti Trivedi, Professor am Indian Institute of Technology in Bombey, Kevin Yu-Jui Chou von Kev Design Taiwan und Terry Ko, Splashtop Inc, ebenfalls aus Taiwan. Hinzu kommt noch der US-Amerikaner Brad Zuege, der seit 2011 bei der japanischen Funai Electric Co. für Design verantwortlich zeichnet.

Viele Auszeichnungen sorgten auch für ein gut gefülltes Auditorium.

Unter den insgesamt 254 Einsendungen kürte die Jury fünf Gold Awards und stattliche 85 "hochgradig innovative und exzellent designte" Produkte in sieben Kategorien. Die fleißigsten Preisesammler waren 2013 mit jeweils elf Auszeichnungen die Firmen Asus, und die Oaxis Holding – ein in Singapur ansässiges Unternehmen, das eBook-Reader, Lautsprecher, Tablets, TV-Boxen und diverse Lifestyle-Produkte herstellt. Mit weitem Abstand folgten Acer mit fünf Auszeichnungen sowie die im chinesischen Shenzen ansässige Promate Technologies, die iPad-Hüllen, Taschen, Ladegeräte und ähnliches fertigen.

Computex d&i award 2013 - Gold Awards (5 Bilder)

Asus Taichi

Das Ultrabook Taichi von Asus in der 11,6"-Variente gehört zu den Gewinnern eines Gold Awards. (Bild: Taitra)

Für die fünf Hauptpreise qualifizierten sich das Ultrabook Taichi von Asus in der 11,6"-Variante und die silberfarbene Variante des HTC One. Ebenfalls preiswürdig erschien der Juri der "Air Penetrator AP123 " von Silverstone, ein Gehäuselüfter mit blauem Ventilator und unterschiedlich geformten Rotorblättern. Das soll Turbulenzen vermeiden und im eingebauten Zustand für einen geringeren Lärmpegel sorgen. Hübsch anzusehen ist dagegen die TV-Box Loop von Oaxis. Sie bringt Content von Android-Geräten auf jeden DLNA-fähigen Bildschirm.

Für den korrekten Einlauf der Preisträger und für den Applaus hatte Miss Computex zu sorgen.

Wirklich pfiffig und in Sachen Design und Innovation durchaus goldwürdiger Preisträger ist der Micro-Laser-Pointer iPin von Conary. Das winzige Teil wird einfach in die Kopfhörerbuchse eines iPhones gesteckt und fungiert dann als Laserpointer. Eine App auf dem Smartphone sorgt dafür, dass man mit dem Gerät nicht nur einen roten Laserpunkt auf Projektionsflächen zaubern kann, sondern seine Präsentation auch steuert. Der besondere Clou des Winzlings: Er ist ein Zwischenstecker, der den normalen Betrieb eines Kopfhörers nicht behindert. Die Position eines integrierten Drehschalters bestimmt, ob Musik gehört oder lieber Präsentiert werden soll. So kann das gute Stück im Smartphone verbleiben und geht nicht verloren. Da hat wirklich mal jemand nachgedacht.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Network Communication Products (8 Bilder)

Asus AC52

Ein WLAN-Range-Extender mit integrierter MIMO-Antenne fürs 2,4- und 5-GHz-Band von Asus. (Bild: Taitra)

In der Kategorie "Network Communication Products" konnten sich acht Produkte für eine lobende Erwähnung qualifizieren. Die meisten Produkte sehen allerdings genau so aus, wie man sich einen Router, einen Range-Extender oder Repeater eben vorstellt: rechteckig und möglichst klein. Auffälligere Designs haben allenfalls das PadFone Infinity von Asus, die N600 Wi-Fi Bridge von Edimax und die DVB-T-Antenne HDA-6200 mit 360°-Empfangscharakteristik von Trans Elektric.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Components + Parts (3 Bilder)

Gigabyte GA-Z87X-OC Force

Ein Gigabyte-Board für Übertakter mit Intels Z87-Chipsatz. (Bild: Taitra)

Lediglich drei Produkte wurden in der Kategorie Components + Parts ausgezeichnet: Zwei Mainboards von Gigabyte und ein Gehäuse von Thermaltake. Besonderes Design konnten wir aber an keinem der Produkte entdecken.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Computers + Systems (13 Bilder)

Acer Aspire R7

Wahlweise Tablet oder Windows-8-PC mit Tastatur, der Aspire R7 von Acer. (Bild: Taitra)

Wenig spannendes oder innovatives zeichnete die 13 "Sieger" der Kategorie Computers + Systems aus. Da waren Convertibles, Ultrabooks, KVM-Schubladen, POS-Gerätschaften, Tablets und eBooks versammelt, die kaum anders aussahen oder funktionierten wie vergleichbare Geräte der gleichen Gattung. Allenfalls der in Presspappe gehüllte Mini-PC "APC Paper" von VIA fiel etwas aus dem üblichen Rahmen. Ob es diese Innovation aber tatsächlich in die Läden schafft, bleibt abzuwarten.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Data Storage Products (11 Bilder)

Acer Orbe

Die Private Clour als eine Mischung aus Ei und Raumschiff offeriert Acer mit dem Orbe. (Bild: Taitra)

Gut vertreten waren auch Gewinner in der Kategorie Data Storage Products: Immerhin elf Preisträger gab es unter den USB-Festplatten, USB-Sticks und Hot-Swap-Boxen. Viel neues Design gab es hier allerdings nicht zu entdecken. Erwähnenswert erschien allenfalls der Orbe von Acer, eine Art persönlicher Cloud-Speicher für Smartphone und Co. Eher kurios als schick: Der USB-Stick "Runaway Kappe" von Pretec, der sich wahlweise als Bär oder als Elch verkleidet.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Displays + Digital Audio/Video Products (9 Bilder)

Acer H6

Die nahezu rahmenlose Ausführung deises Displays faszinierte die Jury. (Bild: Taitra)

Neun Auszeichnungen sind in der Kategorie Displays + Digital Audio / Video Produkts zu finden. Mehr oder minder schlanke Monitore, mobile Projektoren und natürlich Lautsprecher gehören dazu.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Peripherals + Accessories (36 Bilder)

Asus VariDrive

Eine USB-Docking-Station mit allem, was dem Ultrabook möglicherweise für die Arbeit am Schreibtisch fehlt: GBit-LAN, HDMI- und VGA-Ausgang, Card-Reader und natürlich noch mehr USB-Ports. (Bild: Taitra)

Mit 36 Produkten die größte Kategorie des diesjährigen Computex Design & Innovation Awards ist "Peripherals + Accessories". Verwunderlich ist das freilich nicht, bilden diese Komponenten doch auch einen zumindest zahlenmäßigen Schwerpunkt unter den Computex-Exponaten. Hier finden sich putzige Dinge wie Tablet-Halter, smartphonesteuerbare farbige LED-Lampen und Docking-Stationen, aber auch die Pebble Smart Watch. Was die vielen Lautsprecher und Kopfhörer hier und nicht in der Kategorie Audio/Video zu suchen haben, erschließt sich wohl nur den Wettbewerbsveranstaltern.

Computex d&i award 2013 - Kategorie: Gaming + Entertaining Products (5 Bilder)

Asus GX1000 Eagle Eye

Eine hochauflösende flotte Maus für Gamer, schwärmen die Juroren. (Bild: Taitra)

Die letzte Kategorie heißt "Gaming + Entertaining Products". Sechs Ausgezeichnet Produkte finden sich hier, obwohl man Mäuse, Speicherriegel, Tastaturen und Kopfhörer genauso gut in anderen Sparten hätte unterbringen können.

Sichtlich stolz: Ein Entwickler mit seiner Urkunde.

Alles in allem scheint der Computex d&i award mit seiner 2013er-Ausgabe langsam auszuufern. Vermisste man in der Vergangenheit bereits eine größere Trennschärfe und höhere Anforderungen, so scheint das in diesem Jahr noch mehr der Fall zu sein. Selbst wenn nicht alle der 254 eingereichten Produkte einen Preis bekommen haben – eine strengere Jury hätte unter den jetzt prämierten 92 Produkten sicher einige gefunden, die besser ohne lobende Erwähnung geblieben wären. (gs)

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