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Desktop-Prozessoren bescheren Intel niedrigere Umsätze als erwartet

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Großes hat Intel im neuen Geschäftsjahr vor, der "Sprung voraus" soll mit neuen Prozessoren, neuen Architekturen und beispielsweise einer eigenen Unterhaltungselektronikplattform die Geschäfte des Chip-Marktführers weiter beflügeln. Bereits im November hatte Intel zudem angekündigt, die Dividende kräftig zu erhöhen.

Die Voraussetzungen scheinen also eigentlich gut, dass der Sprung nicht, wie historische Assoziationen angesichts der Begrifflichkeit möglicherweise nahelegen könnten, in einem Fiasko endet. Und das nicht nur, weil nun auch Apple seine Anhängerschaft auf die CPUs von Intel einschwören möchte. Doch zumindest die Investoren reagieren nicht begeistert auf Intels Quartalsbilanz. Nach einer etwas enger gefassten Prognose im Dezember, die von der Börse bereits recht harsch abgestraft wurde, erzielte Intel nach relativ guten Ergebnissen im dritten Quartal nun im vierten Geschäftsquartal einen Umsatz von 10,2 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs um 6,3 Prozent. Allerdings hatte selbst in der korrigierten Prognose von Intel die untere Grenze für den erwarteten Umsatz bei 10,4 Milliarden US-Dollar gelegen.

Intel machte bei der Vorlage der Bilanz für das vierte Quartal "niedriger als erwartet ausgefallene Stückzahlen und Preise bei Desktop-Prozessoren" für den Umsatz verantwortlich, der unter den Erwartungen des Unternehmens selbst lag. Beim Gewinn im vierten Quartal konnte Intel eine Steigerung von 16 Prozent auf 2,45 Milliarden US-Dollar erzielen – auch damit lag der Chipkonzern unter den Erwartungen der Analysten. Die Bruttomarge lag bei 61,8 Prozent, ebenfalls niedriger als Intels Prognose von 63 Prozent.

Im Gesamtjahr 2005 erzielte Intel einen Umsatz von 38,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 13,5 Prozent gegenüber 2004. Der Netto-Gewinn 2005 lag bei 8,7 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für das Jahr 2006 gab sich Intel trotz der für die Firma und die Börse enttäuschenden Ergebnisse im vierten Quartal optimistisch: Mit Produkten wie dem Core Duo und Viiv habe man faszinierende neue Angebote auf dem Markt, und mit dem 65-Nanometer-Prozess könne man Dual-Core-Prozessoren in hohen Stückzahlen liefern, kommentierte Intel-Chef Paul Otellini die Geschäftsbilanz: "Wir erwarten 2006 ein weiteres Wachstumsjahr, da wir Plattformen für Notebooks, das digitale Heim und das digitale Büro sowie für noch junge Märkte herausbringen."

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel in US-Dollar

Quartal Umsatz Netto-
gewinn
1/00 8,0 Mrd. 2,7 Mrd.
2/00 8,3 Mrd. 3,5 Mrd.
3/00 8,7 Mrd. 2,73 Mrd.
4/00 8,7 Mrd. 2,6 Mrd.
1/01 6,7 Mrd. 1,1 Mrd.
2/01 6,3 Mrd. 0,85 Mrd.
3/01 6,5 Mrd. 0,11 Mrd.
4/01 7,0 Mrd. 0,50 Mrd.
1/02 6,8 Mrd. 0,94 Mrd.
2/02 6,3 Mrd. 0,45 Mrd.
3/02 6,5 Mrd. 0,69 Mrd.
4/02 7,2 Mrd. 1,05 Mrd.
1/03 6,8 Mrd. 0,92 Mrd.
2/03 6,7 Mrd. 0,896 Mrd.
3/03 7,8 Mrd. 1,7 Mrd.
4/03 8,7 Mrd. 2,173 Mrd.
1/04 8,1 Mrd. 1,7 Mrd.
2/04 8,1 Mrd. 1,8 Mrd.
3/04 8,5 Mrd. 1,9 Mrd.
4/04 9,6 Mrd. 2,123 Mrd.
1/05 9,4 Mrd. 2,154 Mrd.
2/05 9,2 Mrd. 2,038 Mrd.
3/05 9,96 Mrd. 1,995 Mrd.
4/05 10,20 Mrd. 2,453 Mrd.