Desolates GPS: Navis bald orientierungslos?

Das von der US-Luftwaffe betriebene Global Positioning System (GPS), aus dem alle populären Navigationssysteme kostenlos ihre Geo-Koordinaten beziehen, leidet unter Geldmangel und technischen Problemen.

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Von
  • Christian Persson

Das von der US-Luftwaffe betriebene Global Positioning System (GPS), aus dem alle populären Navigationssysteme kostenlos ihre Geo-Koordinaten beziehen, leidet unter Geldmangel. Der Start neuer Satelliten zum Ersatz von Systemen, deren Lebensdauer abläuft, verzögert sich seit Jahren. In einer aktuellen Studie kommt das US-amerikanische Government Accountability Office (GAO) nun zu dem Ergebnis, es sei unsicher, ob die US-Luftwaffe rechtzeitig neue Satelliten in Betrieb nehmen könne, um den GPS-Betrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten.

Das GAO warnt, sowohl militärische als auch zivile Anwendungen, darunter insbesondere die Navigationssysteme für den Straßen-, Schiffs- und Luftverkehr, könnten erheblich betroffen sein. Das aktuelle Satellitenprogramm (IIF) der Luftwaffe habe unter anderem infolge technischer Probleme seinen Terminplan gesprengt und die ursprünglich veranschlagten Kosten um 870 Millionen US-Dollar überschritten. Infolgedessen solle nun der erste Satellit aus diesem Programm erst im November dieses Jahres in den Orbit geschossen werden – fast drei Jahr zu spät. Die Luftwaffe bemühe sich, die Entwicklung einer neuen Generation von Satelliten (IIIA) zu beschleunigen, bei der die Fehler der Vorgängergeneration vermieden werden sollten. Doch könne der optimistische Zeitplan für IIIA möglicherweise nicht eingehalten werden. In diesem Fall wachse die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Ausfall alter Satelliten ab 2010 zu Lücken in der GPS-Versorgung kommen werde.

Ob zivile Anwender von Navigationsgeräten solche Lücken sogleich spüren werden, ist allerdings fraglich. In Europa sind gewöhnlich mehr als die notwendigen vier Satelliten in "Sichtweite"; einzelne Ausfälle blieben in der Praxis ohne Wirkung. Das Militär wäre stärker betroffen, weil die Genauigkeit abnimmt. Das im Aufbau befindliche europäische Navigationssystem Galileo soll ab Ende 2010 seinen Betrieb aufnehmen. (cp)