Deutsche Autobauer sollen Zuschlag für Nokia Here bekommen haben

Audi, BMW und Daimler haben sich offenbar durchgesetzt und werden Nokias Kartendienst Here übernehmen, wie das Manager Magazin berichtet. Die Kaufsumme soll 2,5 Milliarden Euro betragen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 89 Beiträge
Update
Von
  • Axel Kannenberg

Im Bieterverfahren um Nokias Kartendienst Here sollen sich die gemeinsam angetretenen Autobauer Daimler, BMW und Audi durchgesetzt haben, wie das Manager Magazin unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet. Demnach gehen für die Übernahme 2,5 Milliarden Euro über den Tisch. Nokia hatte ursprünglich wohl einen Preis von mindestens 3 Milliarden angestrebt, das Manager Magazin spricht gar von 4 Milliarden.

Dem Wirtschaftsblatt zufolge hätten sich alle anderen Interessenten aus dem Verkaufsprozess zurückgezogen. Unter anderem war wohl de Fahrdienst-Vermittler Uber an Here interessiert, ebenso mehrere Unternehmen aus China. Die offizielle Entscheidung wird dem Bericht nach noch im Juli erwartet. Eine Bestätigung der Insider-Informationen steht bislang aber noch aus. Nokia äußerte sich bisher nicht dazu. Sprecher von Audi und Daimler erklärten gegenüber heise online, dass man keine Marktspekulationen kommentiere.

Für die Autobauer wäre der Kauf eine Gelegenheit, die Abhängigkeit von anderen Karten-Anbietern wie Google zu vermeiden. Nokia will sich auf das Kerngeschäft als Ausrüster von Telekom-Netzwerken mit der Übernahme des Rivalen Alcatel-Lucent konzentrieren und seinen Kartendienst abstoßen.

[UPDATE, 21.07.2015, 19:00]

Inzwischen berichtet auch das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider, dass die drei Autobauer für 2,5 Milliarden Euro zum Zuge kommen werden. Nach der Übernahme wollen sie auch anderen Herstellern anbieten, bei Here einzusteigen, schreibt das US-Wirtschaftsblatt. (axk)