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Deutsche Messe will mit Finanzspritze in neue Projekte investieren

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Die Deutsche Messe AG in Hannover, unter anderem Veranstalter der CeBIT und der Hannover Messe, will mit finanzieller Hilfe von Stadt und Land dem harten Konkurrenzdruck besser standhalten. Eine Kapitalspritze von 250 Millionen Euro soll mehr Spielraum für neue Projekte geben. Die Summe teilen sich Stadt und Land, die Haupteigentümer der Gesellschaft sind. Zugleich sollen Kosten gesenkt werden. Der Vorstandsvorsitzende der Messe, Wolfram von Fritsch, kündigte laut dpa einen Abbau von Stellen an.

Die Deutsche Messe AG, die das Jahr 2008 mit einem Verlust von etwa 14 Millionen Euro abschloss, bekommt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren. Zudem leidet das Geschäft unter dem wachsenden Internet-Handel und Überkapazitäten bei den Messeflächen. Das riesige Messegelände in Hannover ist nicht genügend ausgelastet und verursacht hohe Kosten.

Messe-Chef von Fritsch kündigte an, die Zahl der Stellen werde sich von derzeit 740 am Standort Hannover mittelfristig um 50 verringern. Es gibt einen Einstellungsstopp, zudem werden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Kündigungen soll es aber nicht geben. Von Fritsch sagte, es werde ein Kostensenkungsprogramm von 50 Millionen Euro eingeleitet, das "wehtut" und "Opfer" von den Beschäftigten verlange. Zugleich will die Messe AG insgesamt 30 neue Projekte auf den Weg bringen. Die Messeveranstaltung rund um Energie und Umweltschutz soll weiter ausgebaut werden. Zudem seien neue, regional begrenzte Messen geplant, und das Auslandsgeschäft solle etwa in Dubai oder Moskau verstärkt werden, kündigte von Fritsch an.

In Hannover selbst aber gibt es Streit um die Millionen für die Messe AG. In der hannoverschen Ratskoalition gibt es Unstimmigkeiten über den Anteil der Stadt an der Kapitalspritze: SPD-Fraktionschefin Christine Kastning hat die Forderung der Grünen zurückgewiesen, das defizitäre Hannover Congress Centrum (HCC) der Messe einzuverleiben. Die Grünen wollen aber einem 125 Millionen Euro umfassenden Kredit nur zustimmen, wenn die Aussteller das Haus vollständig übernehmen, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Wie Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil halte die Sozialdemokratin im Kongress- und Tagungsgeschäft eine Kooperationen zwischen Messe und HCC für die bessere Lösung. (jk)