Deutsche Musikbranche fordert Einschränkung der Privatkopie

"259 Millionen mit Musik kopierte CD-Rohlinge in Deutschland im letzten Jahr sind existenzbedrohend für unsere Mitgliedsfirmen", meint der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände.

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Von
  • Jürgen Kuri

"259 Millionen mit Musik kopierte CD-Rohlinge in Deutschland im letzten Jahr sind existenzbedrohend für unsere Mitgliedsfirmen." Gerd Gebhardt, auf der Mitgliederversammlung der deutschen Phonoverbände wiedergewählter Vorsitzende, malt den Teufel erneut an die Wand: Und der besteht für die Branche nach wie vor in Internet-Tauschbörsen und Raubkopien. Daher müsse eine deutliche rechtliche Einschränkung des massenhaften Musikkopierens erreicht werden, fordert Gebhardt erneut. Auf der Mitgliederversammlung waren sich die Phonoverbände dabei einig: Eine Einschränkung der Privatkopien sei notwendig.

Bereits Mitte September wurden ausufernde Pläne der Musikbranche zur Abschaffung der Privatkopie bekannt: Kopien zum privaten Gebrauch sollten laut dem Positionspapier des Interessenverbandes der Phonographischen Industrie (IFPI) nur dann zulässig sein, wenn danach eine "ausschließlich analoge Nutzung" stattfindet. Von der "Rückführung der digitalen Privatkopie in ein Exklusivrecht" verspricht sich die Musikindustrie das Entstehen eines Marktes für Privatkopien: Kunden könnten das Recht auf eine private Kopie separat erwerben.

Auch die Bundesjustizministerium meint zumindest, es sei im Hinblick auf den "zweiten Korb" der Urheberrechtsnovellierung notwendig, sich mit der Privatkopie erneut zu befassen. Gerade die IT-Industrie dringt im Rahmen ihres Vorgehens gegen pauschale Urheberrechtsabgaben und den Übergang zu individuellen Abrechnungen per Digital Rights Management dazu, auch die bisherigen Bestimmungen, die auch digitale Kopien für private Zwecke erlauben, in Frage zu stellen. Die Verwertungsgesellschaften sehen dagegen gerade durch die Urheberrechtspauschalen gewährleistet, dass die Privatkopie auch in der digitalen Medienwelt erhalten bleiben kann. (jk)