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Deutsche Musiksparte von Bertelsmann schmeißt Künstler raus

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Die Bertelsmann Music Group gerät nicht nur durch die geplante Fusion mit Sony in die Schlagzeilen: Die deutsche Tochter von BMG will fast zwei Drittel ihrer Künstler entlassen. Das sagte Konzernpräsident Maarten Steinkamp, der als Nachfolger von Thomas Stein den Chefposten bei BMG Deutschland übernahm, der BMG-Betriebszeitung "report". Ein Firmensprecher bestätigte die Angaben gegenüber dpa.

Die Maßnahmen haben demnach nicht nur wirtschaftlichen Hintergrund. Aber auch BMG stöhnt wie so viele der anderen Majors über rückläufige Umsätze, für die Konzerne gerne die mittlerweile mit juristischen Mitteln bekämpften Internet-Tauschbörsen und Raubkopien verantwortlich machen. Steinkamp betonte, im vergangenen Jahr hätten 85 Prozent der neuen Alben nationaler Künstler sich jeweils weniger als 25.000 Mal verkauft, Diese Quote sei unhaltbar; sie bringe Marktanteile, aber kein Geld: "Ich will die BMG Deutschland wieder richtig stark machen", zitiert n-tv den Manager.

Für BMG sind die Entlassungen aber auch Teil eines "kulturellen Wandels" im Unternehmen. BMG wolle nicht mehr auf Eintagsfliegen, sondern auf zukunftsträchtige Künstler setzen. Steinkamp nannte Yvonne Catterfeld, Andrea Berg und die Gruppe Oomph! als positive Beispiele. (jk)