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Deutsche Post verabschiedet sich von Online-Plänen

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Die Deutsche Post wird wegen der schwierigen Marktlage ihr Online-Geschäft aufgeben oder neu ordnen. Die im Jahr 2000 gegründete Tochter E-Business GmbH werde neu ausgerichtet, teilte der Konzern am Donnerstag in Bonn mit. Die Deutsche Post Signtrust, eine Tochter der E-Business GmbH, werde aufgelöst. Die Internet-Marktsituation erlaube keine Fortsetzung dieses Geschäfts. Dies bedeutet einen herben Rückschlag für die digitale Signatur, denn damit verschwindet eines der größten bei der Regulierungsbehörde akkreditierten Trustcenter für qualifizierte Signaturen.

Auch beim Shopping-Portal eVITA sei an eine strategische Partnerschaft oder an einen Verkauf gedacht. Die dem Kerngeschäft des Konzerns nahe stehenden Geschäftsmodelle wie ePost oder Deutsche Post Com seien bereits in den Unternehmensbereich Brief integriert worden. Die Pläne für die Geschäftsentwicklung mit Signtrust seien unter den gegebenen Umständen nicht einzuhalten gewesen, teilte die Post mit.

Für die Nutzung der Signtrust-Signatur sollen nun weitere Lösungen entwickelt werden. Dabei hatte die Deutsche Post zur CeBIT im März noch eine Vereinbarung mit Microsoft geschlossen, um Digitale-Signatur-Produkte für den Massenmarkt aufzubereiten. Im August 2001 steckte die elektronische Unterschrift in der Sackgasse, da nicht klar war, ob sie wegen begrenzter Nutzerzahlen und Sicherheitslücken tragbar sein könnte.

Dennoch war die Deutsche Post noch im Oktober optimistisch, dass sich die digitale Signatur bis 2005 durchsetzen könnte, zumal es mittlerweile einen einheitlichen Standard gibt. Experten kritisieren an Regierungen von Bund und Ländern, dass sie in diesem Zusammenhang zwar viele Mittel für Pilotprojekte wie MEDIA@Komm und SPINX vergebe, aber zu wenig für die Verbreitung der Technologie sorge. (anw)

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