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Deutsche Spieleentwickler fordern mehr Akzeptanz

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Die deutschen Entwickler von Computer- und Videospielen fordern mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit. "Das Spielen am Computer ist eine Freizeitform wie viele andere auch", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der deutschsprachigen Spieleentwickler G.A.M.E Tom Putzki am Rande der Computer- und Videospielmesse GC Games Convention in Leipzig in einem dpa-Gespräch. Computer- und Videospielen sei eine neue Kulturform und müsse als solche anerkannt werden.

Leider nimmt uns die Öffentlichkeit und die Politik aber nur dann wahr, wenn ein Zwischenfall wie das Schulmassaker von Erfurt mit Computerspielen in Verbindung gebracht wird", sagte Putzki, der hauptberuflich Sprecher der Firma Phenomedia ist. "Wir sind ein Teil der medialen Unterhaltung, so wie Fernsehen und Kino auch", sagte Putzki. Auch wegen der fehlenden Akzeptanz in der Öffentlichkeit hätten sich die deutschen Spieleentwickler im März dieses Jahres in dem Bundesverband G.A.M.E. zusammengeschlossen. "Wir wollen eine Lobby für unsere Branche entwickeln."

Auch Fernsehen und Kino seien vor 50 beziehungsweise 100 Jahren kritisch beäugt worden, ehe sie sich als Massenmedien durchsetzten. "In 20 Jahren werden Computerspiele ebenfalls automatisch akzeptiert sein, aber so lange wollen wir eigentlich nicht warten", sagte Putzki.

Der Verband will auch eine Plattform für Kontakte sein und Zusammenarbeit soll groß geschrieben werden. "Ein Grund für unsere schlechte Stellung auf dem internationalen Markt ist, dass jeder einzelne Entwickler bislang meinte, das Rad neu erfinden zu müssen", sagte Putzki. So wollten die deutschen Entwickler auch versuchen, den Vorsprung anglo-amerikanischer Spieleerfinder auszugleichen.

Auf dem internationalen Markt hätten sich deutsche Entwicklungen bislang mit Ausnahme des Spiels Far Cry von Crytech, das in den Verkaufscharts in Großbritannien und den USA auf Platz eins stand, nicht durchsetzen können. "Das ist ähnlich wie mit dem deutschen Film, der jahrelang international überhaupt keine Rolle spielte." Von der Politik würde sich die Branche da mehr Hilfe und Förderung wünschen. (tol)