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Deutsche Telekom: Deutlicher Gewinnanstieg bei Rekordinvestitionen, US-Steuerreform hilft

Mit einem Konzernüberschuss von 3,5 Milliarden Euro endet das Geschäftsjahr der Deutschen Telekom. Sie macht unter anderem Investments und das Anbieten von Konvergenzprodukten für den Erfolg verantwortlich, allerdings ist das nur die halbe Wahrheit.

Deutsche Telekom

(Bild: dpa, Oliver Berg)

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Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom hat im vergangenen Geschäftsjahr 2017 einen Anstieg beim Konzernüberschuss von 30 Prozent in einer Höhe von 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Den Umsatz steigerte das Unternehmen um 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBITA vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 3,8 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro. Das teilte das DAX-Unternehmen am Donnerstag in Bonn mit.

Gründe für diesen Anstieg seien unter anderem hohe Investitionen in den Ausbau der Mobilfunknetze und Glasfaser, die sich beispielsweise bei der Gewinnung von Neukunden in Deutschland besonders im vierten Quartal ausgezahlt hätten. Außerdem kämen Konvergenzprodukte aus der Bündelung von Festnetz- und Mobilfunkanschlüssen bei den Kunden sehr gut an.

Ein großer Anteil des Überschusses verdankt die Telekom jedoch der US-Steuerreform: Knapp die Hälfte des Konzernüberschusses geht als einmaliger Sondereffekt von 1,7 Milliarden Euro in die Bilanz ein. Die Anleger dürfen sich über eine Dividendenausschüttung von 65 Cent pro Aktie freuen, 2016 hatte die Dividende 60 Cent betragen. Der Markt reagierte trotzdem mit Kursabschlägen.

Das Systemgeschäft läuft wie erwartet nicht rund bei der Telekom und schließt mit einem leichten Umsatzminus von 1,1 Prozent mit 6,9 Milliarden Euro ab. Verantwortlich dafür sei das geringe Auftragsvolumen und der zunehmende weltweite Wettbewerb um Großkunden. Damit setzt sich der Trend sinkender Auftragseingänge fort. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Auftragsvolumen um 23,5 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Positive Effekte in den Wachstumsbereichen Cloud und Security konnten die rückläufige Auftragslage nicht abfangen. Das bereinigte operative Ergebnis ging auch wegen Anlaufinvestitionen im Bereich Digitalisierung wie beispielsweise Internet der Dinge um 4 Prozent auf 509 Millionen Euro zurück.

In den Ausbau der Mobilfunknetze investierte die Telekom 12,1 Milliarden Euro. Nicht eingerechnet sind Ausgaben für die Mobilfunkfrequenzen. Die Investitionen stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent an und erreichten ein neues Rekordniveau. Bei Berücksichtigung der Spektrumkosten fielen die Investitionen mit einem Anstieg um 42,9 Prozent auf insgesamt 19,2 Milliarden noch höher aus.

Beim Mobilfunk konnten vor allem Konvergenzprodukte wie MagentaEins bei Privatkunden in Deutschland punkten. Für das Bundle aus Mobilfunk- und Festnetzanschluss entschieden sich 3,6 Millionen Kunden, ein Anstieg um 20 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung ist in den restlichen europäischen Märkten zu beobachten. Bei den reinen Mobilfunk-Vertragskunden gab es im restlichen Europa einen Zuwachs um 4,8 Prozent auf 25,5 Millionen.

In Deutschland hat die Telekom 2017 den Ausbau des Glasfasernetzes vorangetrieben und rund 40.000 Kilometer Kabel verlegt. Rund 30 Millionen Haushalte haben nun Zugang zu Glasfaser-basierten Anschlüssen. 9,6 Millionen Kunden nutzen Glasfaser der Telekom, eine Steigerung um 2,8 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Im übrigen Europa erfolgte ebenfalls ein Ausbau der Glasfasernetze. Rund 6,2 Millionen Haushalte können diese Technik nutzen, ein Anstieg um 1,3 Millionen.

In Deutschland verzeichnet die Telekom einen Umsatz von insgesamt 21,9 Milliarden Euro, einem Plus von 0,7 Prozent. Das bereinigte EBITDA fiel mit einem Wachstum von 2,8 Prozent auf 8,5 Milliarden höher aus als im Vorjahr. Im Schlussquartal konnte saisonbedingt ein Plus von 2 Prozent beim Umsatz und 4,7 Prozent beim bereinigten EBITDA verzeichnet werden.

Im übrigen europäischen Markt konnte die Telekom einen Umsatz von 11,6 Milliarden in die Bücher schreiben. Im Vergleich zu den Rückgängen der vorherigen Jahre, ergibt sich ein Anstieg um 1,2 Prozent. Das bereinigte Ergebnis zeigt allerdings ein anderes Bild: Das EBITDA ging um 3 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück.

In den USA läuft das Mobilfunkgeschäft für den US-Ableger der Deutschen Telekom gut. Der Umsatz stieg 2017 auf 40,3 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 10,5 Milliarden um 10,7 Prozent. Rund 5,7 Millionen Mobilfunk-Kunden konnten im letzten Jahr hinzugewonnen werden.

Im laufenden Jahr will die Deutsche Telekom in allen Sparten operativ mehr verdienen – ausgenommen T-Systems. Damit soll auch das Europageschäft 2018 beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wieder zulegen, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt peilt die Telekom beim operativen Ergebnis ohne Währungseinflüsse ein Plus von rund 4 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro an. Vor allem die brummende US-Mobilfunksparte und die 2017 gut laufenden Geschäfte im deutschen Heimatmarkt sollen den gewünschten Rückenwind liefern.

Der Umsatz soll 2018 leicht über die 2017 erzielten 74,9 Milliarden Euro klettern, die Investitionsausgaben will die Telekom von 12,1 auf 12,5 Milliarden Euro hochschrauben. Darin seien insbesondere mehr Mittel für den LTE-Ausbau im Mobilfunk vorgesehen. Der für die Dividende wichtige freie Mittelzufluss soll um 12 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro steigen. (olb)

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