Deutsche Telekom: Mit Gewinn durch die Corona-Krise

Die Deutsche Telekom legt im ersten Quartal bei Umsatz und Gewinn zu und trotzt damit den wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

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(Bild: Deutsche Telekom)

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Die Deutsche Telekom hat erneut ihren Umsatz und den Gewinn steigern können. Der Umsatz legte im ersten Geschäftsquartal um 2,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro zu, der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent auf 916 Millionen Euro, teilte die Telekom am Donnerstag mit. Die Corona-Krise sorgte zwar für Einbußen auf der Einnahmenseite, allerdings auch für Mehreinnahmen durch häufigere Nutzung von Telekommunikationsdienstleistungen. An der Mitte Februar herausgegebenen Jahresprognose hält der Bonner Konzern deshalb fest. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA AL (ohne Leasingkosten) soll für das laufende Jahr 25,5 Milliarden Euro betragen.

"Die Deutsche Telekom ist ein Anker der Stabilität in einer globalen Krise", sagte der Vorstandvorsitzende der Telekom Tim Höttges und ergänzte mit gehörigem Pathos: „Unsere Netze arbeiten zuverlässig als die digitalen Lebensadern der Gesellschaft.“ Dabei spielte Höttges offensichtlich darauf an, dass – anders als in manch anderen europäischen Ländern – die Telekommunikationsnetze in Deutschland trotz höherem Nutzungsaufkommens in Corona-Zeiten weitgehend stabil und unbeeindruckt ihren Dienst versahen.

Nichtsdestotrotz wirkte und wird sich die Corona-Pandemie weiter auf die Umsätze der Deutschen Telekom auswirken – positiv wie negativ. Als negative Punkte nennt die Telekom die Schließung von Shops, geringere Roaming-Umsätze durch die Reisebeschränkungen sowie aufgeschobene oder zurückgefahrene IT-Projekte in Unternehmen. Auf der anderen Seite verzeichnete der Konzern einen starken Anstieg bei der Sprachtelefonie. Zusätzlich sank die Quote der Wechsler im Mobilfunkbereich. Insgesamt dürften sich auch in Zukunft die positiven und negativen Effekte weitgehend ausgleichen, sodass an der Jahresprognose insgesamt nicht gerüttelt wird.

In Deutschland lief es bei der Telekom sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkbereich gut. 83.000 neue Breitbandkunden seien dazugekommen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Telekom. Dies sei der beste Wert der letzten beiden Jahre. 60.000 neue Kunden schauen nun bei Magenta TV rein, dem Fernsehangebot der Telekom. Bei Glasfaseranschlüssen gab es eine Steigerung von 398.000 im ersten Quartal, sodass nun 14,8 Millionen Anschlüsse vorhanden sind – ein Zuwachs von 1,9 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Mobilfunkumsätze nahmen um 1,7 Prozent zu. Rund 141.000 neue Vertragskunden konnte die Telekom im ersten Quartal in Deutschland gewinnen.

In Europa stieg der Umsatz bei den Services im Festnetz und im Mobilfunk im Vorjahresvergleich um 2 Prozent auf nunmehr 2,9 Milliarden Euro an. Die Kundenzahlen sind dabei weiter angestiegen. Die Deutsche Telekom spricht hier von 110.000 neuen Mobilfunk-Vertragskunden, 65.000 neuen Breitbandkunden und 238.000 Kunden, die Bündelangebote aus Festnetz und Mobilfunk buchten.

Die Telekom hebt in Europa besonders die T-Mobile NL in den Niederlanden hervor. Der niederländische Zweig konnte die mobilen Serviceumsätze um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern und legte bei den Mobilfunk-Vertragskunden um 67.000 zu.

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Zum guten Ergebnis im ersten Quartal trägt auch die US-Mobilfunksparte T-Mobile US der Telekom bei. Die langersehnte Fusion mit dem einstigen Rivalen Sprint erfolgte zwar erst zum 1. April und macht sich deshalb erst im zweiten Quartal deutlicher bemerkbar, allerdings trägt T-Mobile US bereits jetzt in etwa zur Hälfte zum Umsatz der Telekom bei. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs legte der Umsatz um 0,7 Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar, etwa 10,36 Milliarden Euro, zu. Der Gewinn stieg um 5 Prozent auf 951 Millionen US-Dollar.

Auch bei der Vertragskundenzahl legte der US-Ableger zu: Rund 777.000 Neukunden verzeichnete T-Mobile US, sodass das Unternehmen nun 68,5 Millionen Kunden in den USA hat.

T-Systems kämpft weiterhin mit schwachen Umsätzen im klassischen IT-Geschäft, konnte jedoch die dortigen Verluste durch Steigerung in anderen Wachstumsfeldern wie Public Cloud und Security weitgehend ausgleichen, heißt es im Bericht der Deutschen Telekom. Das bereinigte EBITDA AL stieg zwar um 8,7 Prozent auf 100 Millionen Euro an, gleichzeitig ging der Auftragseingang jedoch um 13,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück.

Die Aktionäre der Deutschen Telekom zeigten sich zunächst weitgehend unbeeindruckt von dem positiven Ergebnis. Am Donnerstagvormittag lag ein Wertpapier bei 13,60 Euro. Damit geht der positive Trend der Aktie nach dem Einbruch Mitte März weiter. Damals war die Aktie auf 10,85 Euro abgesackt. Im Februar notierte das Wertpapier in der Spitze noch mit 16,60 Euro. Spannend dürften die nächsten Geschäftszahlen des zweiten Quartals sein. Dann schlägt sich erstmals die Fusion von T-Mobile US und Sprint zur "New T-Mobile" auf die Geschäftszahlen der Deutschen Telekom nieder. (olb)