Deutsche Telekom und andere liefern EU Daten für die Coronavirus-Bekämpfung

So wie die Deutsche Telekom in Deutschland dem Robert-Koch-Institut so will sie auch der EU-Kommission Handydaten ihrer Kunden überlassen.

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(Bild: dpa / Bodo Marks)

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Die Deutsche Telekom, A1 Telekom Austria, Vodafone, Orange und vier weitere Mobilfunkprovider haben eingewilligt, der EU-Kommission anonymisierte Standortdaten ihrer Kunden zu liefern, um die Verbreitung des Coronavirus bekämpfen zu helfen. Dies haben die Unternehmen gegenüber dem EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen Thierry Breton zugesagt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der europäische Datenschutzbeauftragte Wojciech Wiewiórowski schreibt dazu in einer Stellungnahme , die derzeitigen europäischen Datenschutzbestimmungen seien flexibel genug, um den Einsatz dieser Daten im Kampf gegen Pandemien zuzulassen. Allerdings müsse die EU-Kommission klar definieren, wofür die Daten verwendet werden.

Zudem müssten die Daten effektiv anonymisiert sein und wenn sie Dritten zukämen, diese mit den Daten vertraulich umgehen und strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Provider müssen die Daten sofort löschen, sobald sie übergeben wurden, um Vorratsdatenspeicherung zu unterbinden, erläutert Wiewiórowski weiter. Die Daten dürften auch nur spezifisch in der gegenwärtigen Krise verwendet werden.

Mehr Infos rund um das Coronavirus

Die Deutsche Telekom hatte vor Tagen bereits anonymisierte Handydaten ihrer Kunden an das Robert-Koch-Institut (RKI) weitergegeben. Damit sollen Bewegungsströme von Menschen in Deutschland nachvollzogen werden, um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) simulieren zu können

Der EU-Kommission geht es laut dem Reuters-Bericht darum, innerhalb der EU koordiniert gegen die Coronavirus-Verbreitung vorzugehen. Sie habe bereits zugesagt, die Daten zu löschen, sobald die Krise überstanden ist. (anw)