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Deutsche kaufen mehr Musik online

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Der deutsche Markt mit legalen Musik-Downloads wächst weiter. Nach heute von Media Control/GfK vorgelegten Zahlen stieg das Volumen der im Internet oder über Mobilangebote gekauften Musik im ersten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 36,5 Prozent auf rund 8,6 Millionen Downloads. Den weitaus größten Teil der Downloads machen Einzelsongs aus. Rund 8 Millionen Lieder haben sich Kunden aus dem Netz gezogen, 600.000 Mal kauften sie ein so genanntes "Bundle" aus mehreren Stücken. Für das Gesamtjahr 2007 erwarten die Marktforscher über 30 Millionen Downloads, im vergangenen Jahr gingen nach Zahlen der Media Control insgesamt 28 Millionen digitale Produkte über die virtuelle Ladentheke.

Bei Bundles und Alben sehen die Anbieter offenbar noch Entwicklungspotenzial. Sonderangebote sollen Kunden, die schon einzelne Songs eines Albums gekauft haben, auch den Rest des Bundles schmackhaft machen. Einen deutlichen Aufschwung erwarten die Marktforscher von dem Verzicht auf digitale Kopierschutztechniken, den das Major-Label EMI und Apple im Mai erstmals umsetzen wollen. "Es ist davon auszugehen, dass der angekündigte DRM-Verzicht sowie die speziellen Angebote den Markt weiter beflügeln werden und dadurch das Wachstum anhalten wird", schätzt die Geschäftsführerin von Media Control GfK International, Ulrike Altig, die Aussichten im Download-Geschäft ein. Sie liegt damit auf einer Linie mit dem Branchenverband Bitkom, der für 2007 mit einem deutlichen Umsatzwachstum auf über 60 Millionen Euro rechnet. Zwar ist die CD noch immer das wichtigste Medium für die Musikindustrie, doch der Online-Vertrieb ist mit knapp 18 Prozent inzwischen der zweitwichtigste Vertriebskanal.

Bei den Downloadern besonders populär ist derzeit Nelly Furtado, die mit "All Good Things" und "Say It Right" gleich für die zwei meistverkauften Download-Titel verantwortlich zeichnet. Auf dem dritten Platz folgt "Ein Stern" von DJ Ötzi und Nik P., die auch die Verkaufscharts bei physischen CDs anführen. Bei den Alben-Downloads musste sich Furtados "Loose" nur Herbert Grönemeyer ("12") geschlagen geben, der auch bei den "echten" CDs auf dem ersten Platz liegt; auf dem dritten Platz folgt Norah Jones mit "Not too late". (vbr)