Deutsche sind Blog-Muffel

Verglichen mit den geschätzten 3,5 Millionen Selbstpublizisten in den USA sind die 7.500 aktiven Online-Journale hierzulande ein Randphänomen.

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"Die ganze Welt bloggt, nur das kleine germanische Dorf weigert sich bisher standhaft...", begann Nico Lumma seinen Beitrag auf der Blogger-Konferenz BlogTalk. Lumma, der sich für das Unternehmen Orangemedia um die Weblogs-Platform Blogg.de kümmert, beklagt sich darüber, dass die deutsche Blogosphäre einfach nicht so richtig in Schwung kommen will.

Gerade einmal 7.500 aktive Online-Journale im deutschsprachigen Raum habe er ermitteln können. Verglichen mit den geschätzten 3,5 Millionen Selbstpublizisten in den USA ist das Bloggen hierzulande ein Randphänomen. Darüber wunderte sich auch Dr. Stefan Glänzer, Chef des Weblog-Dienstleisters 20six: "Frankreich und Holland haben da ein ganz anderes Selbstverständnis, die bloggen direkt los." Provokativ heißt sein Konferenzbeitrag dann auch "Does Blogging suck?"

Vielleicht liegt die zögerliche Akzeptanz ja daran, dass das Faszinosum der vernetzten Logbücher Nichtbloggern nur schwer zu vermitteln ist. Elmine Wijnia, Studentin an der Universität Twente, zählt die drei häufigsten Einwände auf, die ihr im Zusammenhang mit Weblogs begegnen: "Einige sagen: 'Weblogs sind doch nichts anderes als Homepages', andere halten das regelmäßige Schreiben im Netz für egozentrisch und fast alle sagen: 'Das ist doch nur ein großer Hype, der die nächsten Jahre nicht überleben wird.'"

Vielleicht kann ja -- noch ein -- Weblog-Award noch schlummernde Talente wecken? Mit den BOBs (Best of Blogs) will der Sender Deutsche Welle einen eigenen Weblog-Award in unterschiedlichen Kategorien ausloben. Die Wochenzeitung Die Zeit hatte erst vor einigen Wochen zum "Preisbloggen" aufgerufen. (Mario Sixtus) / (jo)