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Deutsche stehen auf SUV und Geländewagen

2017 in Deutschland verkaufte Neuwagen emittieren mehr Kohlendioxid als im Vorjahr. Das liegt daran, dass verbrauchsstarke Autos beliebter werden.

Deutsche stehen auf SUV und Geländewagen

Seit 2011 weist das Pkw-Label die Effizienz eines Fahrzeugs aus.

(Bild: DENA)

2017 in Deutschland verkaufte Neuwagen blasen mehr CO2 in die Luft als die im Jahr zuvor verkauften. Ein Grund dafür ist, dass verbrauchsstarke SUVs und Fahrzeuge der oberen Mittelklasse immer beliebter werden, während sich emissionsärmere Pkw der Kompakt- und Mittelklasse schlechter verkaufen. Dadurch sei der CO2-Ausstoß aller neu zugelassenen Fahrzeuge 2017 um 0,4 g/km angestiegen, berichtet die Deutsche Energie-Agentur (DENA).

Die CO2-Emissionen der Neuzulassungen liegen mit 127,9 g/km 7 Prozent über dem europäischen Flottendurchschnitt von 119,5 g/km. Setzt sich der Trend fort, werde das EU-Flottenziel von 95 g/km bis zum Jahr 2020 nicht erreicht, schreibt die DENA.

Der Markt der Autos mit alternativen Antrieben hat von 2 auf 3,4 Prozent zugelegt. Das liegt vor allem daran, dass gegenüber 2016 rund 85 Prozent mehr Hybrid- und Elektrofahrzeuge verkauft wurden. Wegen der Verlängerung der Energiesteuerermäßigung für Erdgas (Compressed Natural Gas, CNG) und Flüssiggas seien auch die Neuzulassungen von CNG-Pkw im Vergleich zu 2016 um 30 Prozent gestiegen.

Den Markt der alternativen Antriebe dominieren Hybridfahrzeuge mit 71,8 Prozent beziehungsweise 84.675 Pkw. Darauf folgen reine Elektrofahrzeuge mit 21,3 Prozent (25.056 Pkw), Erdgasfahrzeuge mit 3,2 Prozent (3723 Pkw) und flüssiggasbetriebene Fahrzeuge mit 3,7 Prozent (4400 Pkw). In den ersten fünf Monaten 2018 hat sich laut DENA der Aufwärtstrend bei den alternativen Antrieben fortgesetzt. Besonders CNG-Pkw (+542 Prozent) und reine Elektrofahrzeuge (+82 Prozent) legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Insgesamt kauften die Deutschen 2017 3,4 Millionen Neuwagen, das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 96,6 Prozent machen konventionelle Antriebe den größten Anteil daran aus. Während Benziner zulegten, nahm der Anteil dieselbetriebener Pkw hingegen um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Zusammengenommen wurden 15 Prozent mehr SUV und Geländewagen gekauft, bei Fahrzeugen der oberen Mittelklasse waren es 18 Prozent mehr. Der Absatz von Kompakt- und Mittelklassewagen sank hingegen um 5 beziehungsweise 4 Prozent.

2017 wurden erstmals weniger Pkw mit den grünen Effizienzklassen A+ (-11,8 Prozent) und A (-7,8 Prozent) verkauft als im Vorjahr. Neben dem wachsenden Anteil emissionsstarker Fahrzeuge liegt das auch am stagnierenden durchschnittlichen Verbrauch innerhalb der Fahrzeugsegmente, erklärte die DENA. In einigen Segmenten wie zum Beispiel bei Mittelklassewagen und Großraumvans stieg der durchschnittliche Verbrauch sogar im Vergleich zum Vorjahr. (anw)

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