Deutsche verschicken 116,9 Millionen SMS täglich

Die Zahl der täglich über deutsche Mobilfunknetze verschickten Kurzmitteilungen ist nach Angaben des VATM gegenüber 2010 um 5 Prozent gestiegen.

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Von
  • Andreas Wilkens

In Deutschland werden so viele SMS wie noch nie verschickt. 2011 seien ersten Schätzungen zufolge jeden Tag 116,9 Millionen Kurzmitteilungen in den deutschen Mobilfunknetzen gesendet worden, sagte eine Sprecherin des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) der Nachrichtenagentur dpa. Das habe eine Studie des VATM gemeinsam mit der Unternehmensberatung Dialog Consult ergeben.

2010 wurden demnach täglich 111,3 Millionen SMS verschickt – rund 5 Prozent weniger als in diesem Jahr. Aufs Jahr 2010 hochgerechnet waren das 40,6 Milliarden SMS; der IT-Branchenverband Bitkom hatte im Mai geschätzt, dass in Deutschland voriges Jahr 41,3 Milliarden SMS verschickt wurden.

SMS bekommen zunehmend Konkurrenz von Messenger-Anwendungen für Smartphones wie WhatsApp, Plinger, TextMe oder Kik. Gerade hat auch das Online-Netzwerk Facebook seinen Messenger in Deutschland gestartet. Apple bietet mit seinem "iMessage" seit Erscheinen von iOS5 eine ins Betriebssystem integrierte Chat-Kommunikation. Bis zu 40 Prozent des SMS-Aufkommens könnte sich in den kommenden vier Jahren auf die Messenger-Dienste verschieben, prophezeien Branchenexperten wie Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Company.

Ein Verschwinden der SMS müsse man aber nicht befürchten, sie habe sich bewährt, sagt Friedrich. "Sie ist unmittelbar, direkt und ihre Beliebtheit ist sehr groß." Und auch bei der Telekom ist man sich sicher, dass die SMS "auf absehbare Zeit sicherlich nicht komplett ersetzbar" ist. Das liegt unter anderem an dem großen Haken der Messenger: Nicht alle Programme können zwischen verschiedenen Anbietern hin und her senden; eine Anwendung wie WhatsApp gleicht die Telefonnummern im eigenen Adressbuch mit einem globalen Adressbuch auf den WhatsApp-Servern ab – aus Datenschutzsicht bedenklich; und natürlich muss der Nutzer überhaupt erstmal ein Smartphone haben. Allerdings ist in Deutschland ist nach Angaben des Bitkom derzeit etwa jedes dritte neu verkaufte Handy ein Smartphone. Damit wachse die Konkurrenz der Messenger, meint Friedrich. (mit Material von dpa) / (anw)