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Deutscher Internet-Knoten DE-CIX: Peering mit 100 GBit/s

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Um dem wachsenden Bandbreitenhunger Rechnung zu tragen, stellt der deutsche Internet-Knoten DE-CIX seine Peering-Plattform in Frankfurt auf 100 GBit/s (100 GbE) um und gibt ihr den klangvollen Namen Apollon. Am DE-CIX, das sich selbst als der weltgrößte Internet-Austauschknoten bezeichnet, werden derzeit als Spitzenlast insgesamt 2,5 TBit/s gemessen. Mit derzeit über 700 10/Gbit/s- und über 200 GBit/s-Ports sind über 500 Peering-Partner zusammengeschlossen.

Ab Jahresende sollen nun das gesamte Spektrum ethernetbasierter Interconnection-Dienste über die schnellen neuen 100-GBit/s-Ports zu bekommen sein. Investiert werde dafür ein zweistelliger Millionenbetrag. Bereits heute bekommt man Peering-Angebote mit bis zu 100 GBit/s bei den Kollegen vom Amsterdamer AMS-IX und am neuen Frankfurter Standort des Internet-Knoten ECIX.

Das DE-CIX setzt für das 100-GbE-Peering auf Alcatel-Lucents 7950-XRS-Core-Router, die bis zu 80 100-GbE-Ports in einem Gerät bieten.

(Bild: Alcatel Lucent )

Die Vorteile der 100-GbE-Technik liegen laut Arnold Nipper, Technik-Chef beim DE-CIX, auf der Hand: "Kunden, die schon heute mit mehr als 50 GBit/s angeschlossen sind, können wir einen Port bereitstellen, der ihren gesamten Bandbreitenbedarf deckt." Der vom DE-CIX in Angriff genommene Umbau sei beträchtlich und wirkt sich laut Nipper bis auf die Netzebene der drei Frankfurter DE-CIX-Standorte aus.

Die Metro-Carrier-Ethernetlösung der Münchner ADVA Optical Networking (ADVA FSP 3000) ersetzt die bisherige Lösung von CubeOptics. Dabei kommen Alcatel-Lucents 7950-XRS-Core-Router zum Einsatz. Laut DE-CIX bietet er in einem einzigen Gerät Platz für bis zu 80 100-GbE-Ports, das Fünffache marktüblicher Produkte. Außerdem verbrauchten diese Geräte nur ein Drittel des Stroms ihrer Vorgänger. An der Topologie werde sich aber erst einmal nichts ändern, so Nipper.

Die gegenwärtige Topologie des DE-CIX

(Bild: DE-CIX )

Ein weiterer Vorteil sei, dass Provider sich nicht mehr wie bislang über das passive optische Verteilnetz zusammenschalten müssen. Stattdessen könnten sie sich über die aktiven optischen Leitungen jetzt direkt zusammenschalten, sagte Nipper gegenüber heise Online. Mit der 100-GBE-Umstellung reduziert sich zudem die Gesamtzahl der Router in den drei Frankfurter Standorten von 21 auf 10 -- einschließlich der vier Core-Switches, erklärte Harald Summa, Geschäftsführer der DE-CIX-Mutter eco. Trotzdem bleiben laut Summa die aktuellen Pro-Port-Preise für die 480 DE-CIX-Kunden erst mal unverändert.

Summa teilte mit, man werde in Kürze spezielle 100-GbE-Preise veröffentlichen. "Die Umstellung auf die neue Plattform wird bis zum Ende des Jahres dauern. Erst wenn DE-CIX Apollon in Betrieb ist, werden sich die Vorteile bemerkbar machen, die zum Beispiel auch durch einen geringeren Administrationsaufwand entstehen. Dann können wir auch über andere Preise nachdenken", betonte Summa. Das DE-CIX geht allerdings davon aus, dass sich erst ab 2014 die Umrüstung für viele Internet-Dienstleister rechnen und der Umbau sich allmählich vollziehen wird. (rek)

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