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Deutscher Markt für Musik-Downloads wächst weiter

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Dem Wehklagen der Musikindustrie zum Trotz beziehen deutsche Verbraucher ihre Musik zunehmend legal aus dem Internet. Zumindest stellt media control GfK in seiner Quartalsbeobachtung einen anhaltenden Boom und deutliches Wachstum bei legalen Musikdownloads fest. 11,5 Millionen digitale Produkte seien im dritten Quartal 2008 verkauft worden, teilte das Marktforschungsunternehmen mit. Das waren knapp 22 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unter dem Sammelbegriff "digitale Produkte" fasst die GfK Einzeldownloads und zu Alben gebündelte Songs zusammen.

"Kommerzielle Musikdownloads entwickeln sich zunehmend zum Massenmarkt", meint die Geschäftsführerin von media control GfK, Ulrike Altig. Die Umsätze mit Musikdownloads konnten im dritten Quartal um ein Drittel auf 21,6 Millionen Euro zulegen. Seit Jahresbeginn sind nach GfK-Angaben insgesamt 33,7 Millionen digitale Produkte im Wert von rund 61,7 Millionen Euro über die diversen Musikportale verkauft worden. Damit sei bis Ende Dezember eine neue Jahresbestmarke von 45 Millionen Downloads zu erwarten.

Besonders deutlich ist das Wachstum der GfK zufolge bei den sogenannten "Bundles" mit zu Alben zusammengefassten Songs. Rund 1,1 Millionen Alben gingen im dritten Quartal über das Netz, das waren 400.000 oder 61 Prozent mehr als im Vorjahr. Das dürfte die Musikbranche freuen, die im Einzeldownload gerne den Todesengel für ihre Cash-Cow Album sieht. Doch auch bei einer guten Million Download-Alben pro Quartal ist es noch ein langer Weg, bis die Erfolge der CD erreicht sind. Trotz des viel beschworenen Niedergangs verkaufte die Branche 2007 in Deutschland 149 Millionen CDs.

Die Downloads-Hits des Quartals sind weniger überraschend. Katy Perrys harmlose Popnummer "I Kissed A Girl" und Kid Rocks Überraschungshit "All Summer Long" dominieren die Downloadcharts ebenso wie das deutsche Dudelradio. Platz Drei belegt Gabriella Cilmi mit "Sweet About Me". Bei den Alben verwies der britische Casting-Tenor Paul Potts die Konsens-Heulsusen von Coldplay und das Gitarrenmädchen Amy Macdonald auf die Plätze. Nicht aufs Podium schafften es Metallica mit ihrem neuen Album "Death Magnetic". (vbr)

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