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Deutscher Wafer-Hersteller Siltronic baut Hunderte Arbeitsstellen ab

Siltronic, zu dessen Kunden unter anderem Samsung, TSMC und Globalfoundries gehören, hat mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen.

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Ein belichteter Wafer (Symbolbild).

(Bild: Christof Windeck/c't)

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Der Münchner Halbleiterausrüster Siltronic leidet unter der Schwäche der Chipindustrie und baut Arbeitsplätze ab. Im dritten Quartal sank der Gewinn auf 59,5 Millionen Euro, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Unternehmenspräsentation hervorgeht. Das sind 13 Prozent weniger als im zweiten Quartal und damit der vierte Rückgang in Folge. Auch für Oktober bis Dezember wird ein Rückgang erwartet.

Siltronic stellt selbst keine Siliziumchips her, sondern verkauft unbelichtete Silizium-Wafer unter anderem an Samsung, TSMC und Globalfoundries, die damit ihre Prozessoren und Grafikchips produzieren.

Auf den Gewinneinbruch reagiert Siltronic nun mit Stellenstreichungen: "Um den niedrigen Auslastungen Rechnung zu tragen, haben wir bereits im ersten Halbjahr 2019 eine beträchtliche Zahl an Zeitarbeiternehmern in Deutschland freigesetzt und verringern derzeit die Anzahl der Mitarbeiter in Portland", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph von Plotho.

Einer Sprecherin zufolge fielen in Deutschland im laufenden Jahr gut 300 von zuletzt rund 700 Zeitarbeitsplätzen weg. In Portland geht es um Festanstellungen. Die Dimension werde angesichts von gut 400 Mitarbeitern dort aber deutlich geringer sein.

Kurz- bis mittelfristig seien die Märkte nur stark eingeschränkt vorhersehbar, sagte von Plotho. Auf längere Sicht äußerte er sich optimistischer: "Ungeachtet des aktuell herausfordernden Marktumfeldes sind wir davon überzeugt, dass die Wachstumstreiber für die Wafer-Industrie intakt sind. Die langfristigen Wachstumsperspektiven für Siltronic sind gut."

Die Börse hat die verhaltene Umsatzaussicht und den angekündigten Stellenabbau derweil gut aufgenommen: Die Siltronic-Aktie hat um über drei Prozent auf 82 Euro zugelegt. Vom Kurshoch bei 150 Euro im Sommer 2018 ist der Wafer-Hersteller allerdings noch immer weit entfernt. (Mit Material der dpa) / (mma)