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Deutscher Wetterdienst warnt jetzt präziser vor Unwettern

Statt 400 Landkreisen können nun 10.000 Gemeinden und Stadtteile einzeln gewarnt werden. Mit seinen Karten und einer App will der Deutsche Wetterdienst zielgenauer bei Unwettern Alarm schlagen.

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Deutscher Wetterdienst warnt jetzt präziser vor Unwettern

(Bild: DWD)

Seit kurzem kann der Deutsche Wetterdienst auch auf Ebene von kleinen Gemeinden oder Stadtteilen vor Unwettern warnen. Bisher konnten nur Warnungen auf Landkreisebene ausgegeben werden. "Technisch möglich sind Vorhersagen für kleine Gebiete schon länger. Neu ist, dass es nun auch gemacht wird“, sagt Uwe Ulbrich, Meteorologe an der Freien Universität Berlin, der dpa.

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Trotz besserer Wetterradars und Wahrscheinlichkeitsberechnungen leistungsstärkerer Computer lässt sich aber auch für den Wissenschaftler nicht an den Tücken der Natur rütteln. „Intensität und Auswirkungen eines Gewitters auf ein bestimmtes Gebiet lassen sich oft erst eine Stunde vorher eingrenzen“, erläutert Ulbrich.

Ermöglicht wird die Verkleinerung des Warnrasters durch den Einsatz von leistungsstärkeren Computern, verbesserten Vorhersagemodellen und neuen Beobachtungsdaten. Zur Unterstützung des Warndienstes hat der DWD ein System namens "AutoWarn" entwickelt. Das System führt automatisch Daten von Satelliten, Bodenstationen, Wetterradaren und Wetterberichten anderer Institute zusammen. Der Warndienst kann dann anhand der Daten von AutoWarn entscheiden, welche Region gewarnt werden müssen.

Besonders der Katastrophenschutz soll von der Verbesserung der Vorhersagen profitieren. So kann der Feuerwehr präziser mitgeteilt werden, wo sie eventuell zum Einsatz kommt. Behörden können im voraus Straßen sperren oder Bewohner ihre Autos – wenn möglich – besser schützen. Auch die Bahn, Straßenmeistereien und Netzbetreiber will der Dienst in Zukunft besser informieren können.

Der Deutsche Wetterdienst sieht auf der „letzten Meile“ zwischen Alarm und Bevölkerung noch Kommunikationslücken. Die Bürger hätten auch eine Verantwortung, sich nach einer Unwetterwarnung auf dem Laufenden zu halten, sagt DWD-Präsident Adrian.

Um die Weitergabe der Wetterdaten zu verbessern bietet der Deutsche Wetter Dienst die höher aufgelösten Wetterdaten bereits jetzt auf seiner Website www.wettergefahren.de, und ab August auch in seiner kostenlosen WarnWetter-App an. (mit Material von dpa) / (mls)