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Deutsches Röntgenteleskop eRosita liefert erste Bilder

eRosita soll Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien in bisher unerreichter Auflösung erforschen. Im Juli ist das Teleskop gestartet – jetzt gibt es Daten.

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Die Große Magellansche Wolke

(Bild: © F.Haberl, M. Freyberg und C. Maitra, MPE/IKI )

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Das deutsche Röntgenteleskop eRosita hat gut ein Vierteljahr nach seinem Start ins All erste Aufnahmen geliefert. Sie zeigen unter anderem unsere Nachbargalaxie – die Große Magellansche Wolke – sowie zwei Galaxienhaufen in einer Entfernung von etwa 800 Millionen Lichtjahren. Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching veröffentlichte am Dienstag Bilder bunter Strukturen, die heiße Gase sowie bei Sternenexplosionen entstehende Supernova-Überreste darstellen. "Die ersten Bilder, die unser Teleskop geliefert hat, zeigen die wahre Schönheit des verborgenen Universums", sagte Projektleiter Peter Predehl.

eRosita (extended Roentgen Survey with an Imaging Telescope Array) macht Strukturen des Alls über Röntgenstrahlung sichtbar. Wo optische Teleskope Galaxienhaufen als Ansammlungen Tausender Einzelgalaxien erkennen, sieht eRosita das Gas dazwischen und kann ganz andere Strukturen erkennen. Ihre Verteilung zeigt außerdem, wie sich das Universum seit dem Urknall ausdehnt. Das wird maßgeblich bestimmt durch die Dunkle Energie. Für eRosita werden die Kräfte durch 100 Millionen Grad heißes Gas erfassbar. Die Temperatur ist so hoch, dass das Gas Röntgenstrahlung aussendet, die eRosita aufnimmt.

Die Große Magellansche Wolke ist auf den ersten Bildern aus dem All als runde rötliche Struktur zu sehen. Dazwischen liegen helle Punkte – Sterne oder Schwarze Löcher in weit entfernten Galaxien, die um sich Materie sammeln und dadurch hell strahlen.

Wissenschaftlich besonders spektakulär ist den Forschern zufolge die Aufnahme von – auf den Bildern grün schimmernden – Galaxienhaufen, die durch blaue Schlieren verbunden sind. Das mache erstmals sichtbar, dass die Galaxienhaufen – A3391 und A3395 – dynamisch interagieren. "Das hat man bisher so noch nicht gesehen, aber man hatte die Hoffnung, es mit eRosita zeigen zu können", sagte Predehl.

eRosita zeigt die Interaktion der Galaxienhaufen A3391 und A3395

(Bild: © T. Reiprich (Univ. Bonn), M. Ramos-Ceja (MPE), F. Pacaud (Univ. Bonn), D. Eckert (Univ. Geneva), J. Sanders (MPE), N. Ota (Univ. Bonn), E. Bulbul (MPE), V. Ghirardini (MPE), MPE/IKI)

Eine russische Trägerrakete mit eRosita und einem russischen Teleskop an Bord war am 14. Juli vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet. Jetzt erreichten die Teleskope ihr 1,5 Millionen Kilometer entferntes Ziel, von dem aus sie eine mehrjährige kosmische Inventur des heißen Universums beginnen.

Aus den Daten soll eine Himmelskarte entstehen, die das Universum und seine Entwicklung abbildet. Die Astronomen gehen davon aus, dass sie rund 100.000 Galaxienhaufen sowie mehrere Millionen aktive Schwarze Löcher in den Zentren der Galaxien finden werden. Dabei soll es bis zu sechs Milliarden Lichtjahre entfernte Strukturen analysieren können. (mho)