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 | Technology Review

Deutsches Team bei der World Solar Challenge in der Spitzengruppe

Bei der World Solar Challenge durchqueren die Fahrzeuge Australien einmal in Nord-Süd-Richtung.

In Australien ist am gestrigen Sonntag die World Solar Challenge 2007 gestartet, ein 3000-Kilometer-Wettrennen für Solarfahrzeuge, das von Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, nach Adelaide in South Australia führt. Auf den Weg quer über den australischen Kontinent in Nord-Süd-Richtung machten sich insgesamt rund 40 ausschließlich mit Sonnenenergie betriebene Fahrzeuge, darunter zwei aus Deutschland: Während die Fachhochschule Bochum den Solar-Racer "SolarWorld No. 1" mit der Nummer 11 an den Start brachte, ging der Münchner Solarmobil-Veteran Detlef Schmitz mit seinem Eigenbau "HelioDet" (Startnummer 20) ins Rennen.

Und die Deutschen schlagen sich tapfer: Nach dem zweiten Renntag – gefahren wird jeweils von morgens acht bis nachmittags siebzehn Uhr – liegt SolarWorld No. 1 in der Gesamtwertung auf Platz sieben, HelioDet belegt derzeit einen Mittelrang. Angeführt wird das Feld von Tiga, einem Solarmobil der japanischen Ashiya-Universität, das ebenso wie HelioDet in der sogenannten Adventure-Klasse antritt. In dieser Kategorie dürfen die Fahrzeuge bis zu acht Quadratmeter Solarzellen-Fläche für die Stromerzeugung nutzen und die Fahrer eine Liegeposition einnehmen. In der Challenge-Klasse ist die erlaubte Generatorfläche hingegen auf sechs Quadratmeter begrenzt, und der Fahrer muss ähnlich wie in einem normalen Pkw aufrecht sitzen.

Der Solar-Racer "SolarWorld No.1" von der Fachhochschule Bochum beim Start in Darwin.

Befahren wird der Stuart Highway (A 87), eine der wichtigsten Fernverkehrverbindungen Australiens, den sich die jeweils von einem Wettbewerbsoffiziellen begleiteten Solarfahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen müssen. Übernachtet wird an der Strecke: Jeden Tag gegen 16 Uhr beginnen die Berechnungen für einen günstigen Rastplatz für die Nacht. Stehenbleiben müssen die Fahrzeuge offiziell um 17 Uhr, zehn Minuten dürfen maximal überzogen werden. Allerdings führt jede Minute, die am Vortag überzogen wurde, zu einer entsprechenden Startverzögerung – wer also um 17:08 Uhr erst anhält, kann frühestens um 08:08 Uhr losfahren.

Bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von teilweise über 100 Kilometer pro Stunde können zehn Minuten mehr oder weniger Fahren an einem Tag einen großen Unterschied bedeuten. Auch spielt die optimale Aufladung der Batterien an Bord am Abend bis zum Sonnenuntergang und morgens nach Sonnenaufgang eine wichtige Rolle bei der World Solar Challenge. Daher wird ähnlich wie in der Formel 1 mit ausgeklügelten Strategieprogrammen gearbeitet. Auf Grundlage von Daten wie Sonnenständen oder zu erwartender Bewölkung berechnen Computer optimale Reisegeschwindigkeiten und ideale Rastplätze.

Favorit der diesjährigen Solar Challenge: Nuna IV von der Technischen Universität Delft

Als ausgemachte Favoriten der diesjährigen Solar Challenge gelten allerdings nicht die Deutschen, sondern das Nuon Solar Team von der Technischen Universität Delft, das bereits die letzten drei Ausgaben (2001, 2003, 2005) des Rennens für sich entscheiden konnte. Vor zwei Jahren stellten die Niederländer zudem einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf: Für die insgesamt 3.021 Kilometer von Darwin bis Adelaide benötigte ihr Fahrzeug Nuna III lediglich 29 Stunden und 11 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zirka 103 Kilometer pro Stunde entsprach. Auch in diesem Jahr sieht es für die Niederländer gut aus: Nuna IV liegt in der Challenge-Klasse derzeit auf Platz 2, lediglich eine Viertelstunde hinter dem belgischen Umicore Solar Team. (pmz)

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