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Deutsches Technikmuseum zeigt "Das Netz"

Ab Mittwoch erklärt in Berlin ein neuer Ausstellungsbereich des Deutschen Technikmuseums, wie Netze funktionieren, was sie speichern und wie sie uns und unsere Welt verändern.

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Logic Board

Logic Board eines HP Compaq 8200 Elite, das 2013 auf Druck des englischen Geheimdienstes GCHQ in der Redaktion des "Guardian" zerstört wurde.

(Bild: Ralf Bülow)

"Die Welt ist vernetzt: Wir stehen in Kontakt zu anderen Menschen überall auf der Erde. Täglich erreicht uns eine Flut von Informationen. Unsere Geräte tauschen ständig Daten miteinander aus. Das Internet ist ein Alleskönner, das 'Netz der Netze'." So beginnt die neue Ausstellung "Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme", die ab Mittwoch im Deutschen Technikmuseum in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich ist. In einer Hallenreihe neben dem Hauptgebäude des Museums, die einst zum Anhalter Güterbahnhof gehörte, zeigt sie auf 1600 Quadratmetern mit rund 550 Exponaten und zahlreichen Medienstationen die Genese, aber mehr noch die Gegenwart der Informations- und Kommunikationsnetze.

Den Einstieg der Schau bildet der Bereich "Connect" über den Umgang der Menschen mit dem Netz. Danach folgen das Kapitel "Backbone" über alte und neue Netztechniken und schließlich die Zone der "Information", die sich der Speicherung und Vermittlung seiner Inhalte widmet. Neun kleinere Bereiche zeigen unterschiedliche Anwendungen der technischen Vernetzung, wobei auch einige Objekte zur Computergeschichte hineinschlüpften.

Mit der 2,2 Millionen Euro teuren Abteilung will das Technikmuseum einen neuen Typ von "Forumsausstellungen" schaffen, die junge Leute und Familien ansprechen und schon vor Ort zu Diskussion und Informationsaustausch anregen sollen, machte Direktor Dirk Böndel deutlich. So wurde die Informationszone als Bibliothek mit Hunderten Büchern gestaltet, die die Besucher herausnehmen und an einem Tisch lesen können.

"Das Netz" glänzt mit historischen und/oder politischen Exponaten wie dem Board eines HP-Compaq-Computer, den die Redaktion der Zeitung Guardian 2013 unter den Augen von Geheimdienstlern zerstören musste, weil mit ihm Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden gespeichert wurden. Dazu kommen aufwendige Medieninstallationen. Manchmal fehlt allerdings die übergreifende Erzählung, etwa wenn die ersten Jahrzehnte des Internets auf einen Animationsfilm und verstreute Hardware reduziert werden.

Dagegen ragt die elektronische Nachbildung von Vannevar Bushs "Memex" hervor und die gelungene Modellierung der Paketvermittlung, der Basis des Internets, durch Flipdots. Ab 12. September bietet das Deutsche Technikmuseum an jedem Samstag um 15.30 Uhr Führungen an. Im gesamten Ausstellungsbereich wird in Kooperation mit der Berliner Freifunk-Community kostenloses WLAN angeboten. (Ralf Bülow) / (anw)

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