Deutschlandradio: Sparzwang auch beim DAB+-Ausbau

Trotz geplanter Rundfunkgebührenerhöhung rechnet der Deutschlandradio-Intendant mit Sparzwängen. Darunter könnte auch der Ausbau des Digitalradios DAB+ leiden.

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(Bild: Media Broadcast)

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Auch bei möglicherweise steigenden Rundfunkbeiträgen wird das öffentlich-rechtliche Deutschlandradio sparen müssen. "Sparen müssen wir beim Ausbau DAB+", sagte Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue der Deutschen Presse-Agentur. Auch beim Umfang und der Geschwindigkeit der Sanierung der Funkhäuser werde der Rotstift angesetzt, ebenso bei Personal- und Sachkosten. Zugleich betonte Raue: "Es wird keine Entlassungen geben." Stattdessen wolle man bei jeder freiwerdenden Stelle prüfen, "ob sie so nachbesetzt werden muss."

Das Deutschlandradio, das die drei bundesweiten Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova im Portfolio hat, muss schon seit Jahren bei den Personalkosten sparen. Vor zehn Jahren lag die Zahl der Stellen noch bei 783, aktuell hat der Sender 738 Mitarbeiter, viele davon arbeiten in Teilzeit. Es würden "zweifellos noch weniger werden müssen, auch um den Forderungen der KEF zum Personalabbau nachzukommen", so Raue, der aber betonte: "dass es so klug und so gut strukturiert gemacht wird, dass die Programme nicht darunter leiden, und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in der Lage sind, ein gutes Programm zu machen."

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten Mitte März einen Beschluss zu einem Entwurf gefasst, wonach der Rundfunkbeitrag von derzeit monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro steigen soll. Nur Sachsen-Anhalt hatte sich enthalten. Nun müssen zunächst alle Länderparlamente vorunterrichtet werden, dann könnten die Länderchefs im Juni das Vertragswerk unterzeichnen. Später müssten die Landtage noch zustimmen, damit das Ganze dann zum Jahr 2021 in Kraft treten kann. Möglich ist dies nur bei einem einstimmigen Ergebnis.

Grundlage für die Entscheidung der Länderchefs war eine Empfehlung von unabhängigen Experten der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, kurz KEF. Das Gremium hatte im Februar die Beitragserhöhung vorgeschlagen. Demnach sollte der monatliche Rundfunkbeitrag zum Januar 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro angehoben werden. (ll)