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Deutschlands erstes reines Computermuseum geplant

In Dortmund soll das erste Museum entstehen, das sich ausschließlich mit Computern befasst. Dafür existiert bereits eine Sammlung von 2500 Exponaten historischer Computer und Peripheriegeräte. Unter diesen Exponaten, die über 15 Jahre vor allem von Bernhard Tillmann -- bei anfänglicher Unterstützung durch Konrad Zuse -- zusammengetragen wurden, befinden sich auch Rechner der Gründergeneration von Konrad Zuse, IBM, Bull und Telefunken. Das 8Bit-Museum steuert etwa 550 Geräte bei. Tillmann hob im Gespräch mit heise online als Exponat aus der eigenen Sammlung den LGP-30 hervor. Er hofft, dass das Museum in drei Jahren seine Türen öffnen kann. Das Heinz Nixdorf Museumsforum, das sich als größtes Computermuseum der Welt bezeichnet, stellt neben Computern beispielsweise auch Schreibmaschinen aus.

Dortmund eigne sich als Standort, weil dort 1957 mit dem Unternehmen MBP (Mathematische Beratungs- und Programmierdienst GmbH) das erste europäische Software-Systemhaus gegründet worden sei, erklärte Tillmann. Heute ist Dortmund mit etwa 12.000 Beschäftigten einer der zentralen Standorte für die Softwareentwicklung in Deutschland. Der Fachbereich Informatik der Uni Dortmund sei mit etwa 3500 Studierenden der größte seiner Art in Deutschland. Das Arbeitsamt Dortmund habe als erstes in Deutschland zusammen mit MBP die Ausbildung zum Programmierer angeboten. Das Computermuseum will deshalb einen Blick auf die vielen Computerfirmen werfen, die in Deutschland seit den 50er Jahren entstanden und die wieder von der Bildfläche verschwunden sind, führte Tillmann weiter aus.

Am 22. Juni, den Geburtstag Konrad Zuses, haben Personen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Verein "Deutsches Computermuseum" gegründet. Ziele seien Aufbau und die Förderung eines Museums, das museale Aufgaben, wissenschaftsbezogene Bildung und zeitgemäße Unterhaltung miteinander verbinden soll. In den Vorstand gewählt wurden als Vorsitzender Prof. Dr. Bernd Reusch, Mitbegründer der Informatik an der Universität Dortmund, Olaf Becker, Bernhard Tillmann und Dr. Norbert Jesse von der Firma Quinscape im Technologiepark der Uni. Eines der Gründungsmitglieder ist Prof. Dr.-Ing. Fritz-Rudolf Güntsch, laut Bernhard Tillman der Entwickler des ersten virtuellen Speichers. (anw)

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