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Die Demoszene lässt es vor Silvester krachen

Zwischen Weihnachten und Neujahr kann man: (a) Geschenke umtauschen, (b) den Gürtel um ein neues Loch erweitern lassen oder (c) zwischen dem 27. und 29. Dezember in Karlsruhe "The Ultimate Meeting 2007" besuchen, die letzte Demo-Party des Jahres.

Demos sind in Echtzeit berechnete, grafisch aufwendige Sequenzen, meist mit Musik untermalt. Der Vergleich mit computergenerierten Videos liegt nahe. Was konkret zu sehen ist, bleibt den Entwicklern überlassen – vom Cartoon-Look bis zu filmreifer 3D-Grafik ist alles drin. Viele frühere Demo-Programmierer arbeiten heute in Spieleschmieden, einige haben einen Fuß in beiden Welten.

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Bei Demo-Parties stellen Programmierteams ihre Werke auf einer großen Leinwand im Wettbewerb zur Schau. Welche Demo das Rennen macht, bestimmt das Publikum. Die Veranstaltung ist für alle offen, nicht nur für "Szener" – so nennen sich die Demo-Fans.

In diesem Jahr steht "The Ultimate Meeting" (tUM) unter dem Motto "For a fistful of pixels", in Anlehnung an den klassischen Sergio-Leone-Film. Nicht nur werden einige Veranstalter in Western-Montur erscheinen; auch das Party-Ambiente und einige der Wettbewerbe sind darauf abgestimmt. Die Besucher werden dazu ermutigt, es den Veranstaltern gleich zu tun – es besteht aber kein Cowboy-Zwang.

Wie schon im vergangenen Jahr findet die tUM auch 2007 in der Festhalle des Karlsruher Außenlegers Durlach statt. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter etwa 200 Besucher, die Halle fasst maximal 250 Personen. Für Szeneverhältnisse ist die tUM damit eine relativ überschaubare Veranstaltung; die Breakpoint 2007 zählte rund 1000 Teilnehmer. Dennoch haben sich große Namen der Szene angekündigt, darunter Farbrausch, Smash Designs und Metalvotze. Die Qualität der Veröffentlichungen dürfte dem Niveau des vergangenen Jahres entsprechen.

Der Eintrittspreis für drei Tage beträgt 35 Euro, eine Voranmeldung ist empfehlenswert. In diesem Jahr ist der Eintritt für weibliche Besucher erstmals nicht mehr kostenlos – mittlerweile ist der Anteil an weiblichen Szenern offenbar groß genug, dass keine derartigen Lockangebote mehr nötig sind. Im Eintrittspreis inbegriffen sind kostenloser Tee und Kaffee, vor Ort werden auch günstige Mahlzeiten angeboten. Zur Veranstaltung kommt man entweder per Auto, Bahn oder Flugzeug, über eine vom Veranstalter organisierte Busfahrt oder in einer Fahrgemeinschaft. (Stefan Göhler) (Stefan Göhler) / (ghi)

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