Menü

Planeten-Teleskop: Die Erde als Riesenlinse

Würde mit der Atmosphäre unseres Planeten Licht gebündelt und aufgefangen, überträfe das resultierende "Terraskop" alle Teleskope auf der Oberfläche.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 158 Beiträge

(Bild: James Tuttle Keane / California Institute of Technology)

Von

David Kipping von der Columbia University in New York hat vorgeschlagen, mithilfe der Erdatmosphäre Licht aus dem Weltall zu fokussieren. Unser Planet wäre somit eine Art Riesenlinse. Würde dann ein Weltraumteleskop im Brennpunkt platziert, könnte es Bilder aufnehmen. Das sogenannte Terraskop besäße die Lichtsammelkraft eines 150-Meter-Teleskops auf der Erde – für einen Bruchteil der Kosten. Das schreibt Technology Review online in "Das Planeten-Teleskop".

Kippings Berechnungen legen nahe, dass ein Ein-Meter-Weltraumteleskop, das die Erde in einer Entfernung von 360.000 Kilometern umkreist – sich also etwas näher befände als der Mond –, optimal wäre. Das Gerät sollte Licht sammeln, das nicht weiter als 14 Kilometer in die Erdatmosphäre eingetaucht ist und damit weit über den Wolken bleibt. Mit der Atmosphäre als Linse würde das fokussierte Licht während einer Belichtungszeit von 20 Stunden um den Faktor 45.000 verstärkt. Dies entspricht der Verstärkung eines Bodenteleskops mit einem Durchmesser von 150 Metern.

Laut Kipping hätte ein Terraskop ein erhebliches Potenzial. Zwar hat er die Kosten einer solchen Maschine noch nicht berechnet, doch seinen Kalkulationen zufolge würde bereits ein 100-Meter-Teleskop auf der Erde rund 35 Milliarden Dollar verschlingen und das kombinierte Budget der NASA und der National Science Foundation übersteigen.

Mehr dazu in Technology Review online in:

(vsz)