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Die Geheimdienste und die Internet-Überwachung: Das "Schlapphut-Bit"

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Die Wirtschaftskrise trifft die Industrienationen schwer; was nicht zur Rettung der Wirtschaft ausgegeben wird, unterliegt oft einer strikter Kostenkontrolle. Ein gigantischer Kostenblock ist die Überwachung des Internet. Dass man "das Internet" nicht mal eben herunterladen kann, weil es nirgends genug Festplattenplatz gibt, ist inzwischen auch dem technikfernsten Vorgesetzten klar. Doch was die Geheimdienste zu leisten haben, geht weit darüber hinaus: Schließlich müssen sie nicht nur die angebotenen Seiten archivieren, sondern auch alle Zugriffe protokollieren.

Es lassen sich aber ganz erheblich Kosten sparen, wenn nicht jeder Geheimdienst einzeln dieselbe Arbeit macht, sondern sich nur auf die Daten konzentriert, die noch kein anderer Dienst mitgeschnitten hat. Damit das reibungslos klappt und trotzdem kein staatsgefährdendes Datenpaket unentdeckt bleibt, bedienen sich die Geheimdienstler einer Technik, die aus der Zeit stammt, als das Internet noch ARPAnet hieß.

heise Netze förderte bei der Recherche zum bevorstehenden 40. Geburtstag der RFCs und dem Phänomen der verschwundenen Phantom-RFCs, die nirgends mehr im Netz zu finden sind, Brisantes zutage. Bekanntermaßen war das Militär von Anfang an an der Entwicklung des Internet-Vorgängers ARPAnet beteiligt. Techniken aus der Zeit, die teilweise nur in nicht online zugänglichen RFCs beschrieben sind, helfen heute Geheimdiensten, die abzuhörende Datenmenge zu verringern. So sparen sie Kosten für Speicher und Auswertung, ohne dabei die Sicherheit jedes einzelnen Bürgers zu vernachlässigen.

Die vollständige Analyse der von den Geheimdiensten eingesetzten Techniken zur Internet-Überwachung, wie sie in den RFCs definiert sind, bringt der Artikel auf heise Netze:

(Jürgen Kuri) / (jk)

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