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Die "Ingenieurlücke" vergrößert sich in Deutschland

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Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) durchgeführt wurde, vergrößert sich die "Ingenieurlücke" in Deutschland weiter, während die Zahl der Hochschulabsolventen sinkt.

Auch 2007 ist die Nachfrage nach "technisch hoch qualifizierten Mitarbeitern" wieder höher gewesen als das Angebot. Mittlerweile fehlen im Angebot durchschnittlich 70.000 Ingenieure, gegenwärtig seien es sogar 95.000. Die volkswirtschaftlichen Kosten würden jährlich 7,2 Milliarden Euro betragen. Viele Unternehmen müssen Aufträge absagen oder ihre Erledigung verzögert sich. Gegenüber 2006 ist der Fachkräftemangel um 45 Prozent gestiegen. Der Bundesagentur für Arbeit würden allerdings nur um die 13 Prozent der offenen Stellen gemeldet.

30 Prozent der Firmen, die Ingenieure beschäftigen, sagen, dass sie offene Stellen haben, ebenso viele geben an, sie würden keine geeigneten Bewerber finden. Nach der Umfrage würden deswegen zwei Drittel der Unternehmen die Angestellten weiter ausbilden und auch mehr ältere Ingenieure beschäftigen. Zudem sollen die Löhne steigen und für die Angestellten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeiten verbessert werden.

VDI-Direktor Willi Fuchs erklärte zum Auftakt der Hannover Messe, dass mehr als 70 Prozent der Unternehmen eine "Stärkung des technisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts als wichtigste politische Maßnahme gegen den Fachkräftemangel" fordern würden. Er schlug vor, mit Steuermitteln Stipendien für Ingenieurwissenschaften einzuführen. Diese Investitionen würden "innerhalb kurzer Zeit ein Vielfaches an Wertschöpfung zur Folge haben", versprach er. Zudem müsse die Ausstattung der technischen Hochschulen verbessert werden. Fuchs setzte sich auch für die Etablierung eines "Nationalen Technikrats" ein. (fr)

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