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Die Konkurrenz knabbert an Nintendos Quasi-Monopol

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Die Zeiten, in denen die populäre GameBoy-Reihe von Nintendo den Spiele-Handheld-Markt dominiert, könnten bald vorbei zu sein. Denn nach dem Verkaufsstart des GP32 in Fernost und Amerika sowie der Ankündigung des N-Gage (Nokia) schickt sich jetzt mit dem B'ngo ein weiteres Gerät an, das bisher für weitgehend unantastbar gehaltene Quasi-Monopol von Nintendo zu schwächen.

Die Marktdominanz der mittlerweile über 24 Millionen verkauften GameBoy Advance und auch seiner Nachfolger dürfte für die Konkurrenz kein unüberwindliches Bollwerk darstellen. Statt den GameBoy Advance einfach nur zu kopieren und technisch aufzubohren, wollen Nokia & Co. mit neuen Ideen sowohl Nintendo-Kundschaft abwerben als auch neues Klientel ansprechen.

Auf Erfolgskurs steuert beispielsweise die Game Park Inc. mit ihrem GP32, der "Wireless Gaming" ermöglicht. Das bisher offiziell nur in Fernost und Teilen Amerikas erhältliche Gerät verfügt zudem über eine USB-Schnittstelle, einen Speicherkarten-Slot und stellt Spiele auf einem größeren Bildschirm als beim GameBoy dar. Ebenfalls ein Novum in diesem Markt: GP32-Besitzer können sich ohne Zusatzhardware kostenlose Software-Dreingaben von der Entwickler-Webseite laden. Dem gegenüber steht Nintendo mit seiner eigenwilligen Politik, jede Software nur auf Cartridges anzubieten -- die das Unternehmen nur selbst produziert, gegen eine hohe Gebühr, versteht sich.

Weit rauher noch dürfte der Wind Nintendo mit der Markteinführung zwei weiterer Handheld-Geräte ins Gesicht wehen: dem N-Gage von Nokia und dem B'ngo. Das finnische Gerät soll bereits Ende 2003 auf den Markt kommen und sich als Hardware-Cocktail aus Tri-Band-GSM-Handy und Spiele-Handheld mit echter 3D-Grafik etablieren. Ferner unterstützt der GBA-Rivale die Musik-Formate MP3 und AAC und kann sogar als FM-Radio seinen Dienst verrichten.

Auch der B'ngo von TTPCom könnte Nintendos Gewinnaussichten beträchtlich schmälern. Das auf dem 3GSM World Congress erstmals vorgestellte GPRS-Handy mit Handheld-Funktionen soll, sofern sich ein Lizenznehmer mit Produktions- und Vertriebsqualitäten findet, Matches via Bluetooth ermöglichen. Anders als beim GP32 können hier sogar acht Personen gegen- oder miteinander Spaß haben; beim GP32 sind es nur vier. Zum Preis von rund 200 Euro sei eine Digitalkamera inklusive, tönt das auf die Konzeptionierung von Mobilfunk- und Softwarelösungen spezialisierte Unternehmen.

Der Angriff auf den angestammten Markt bei den Spiele-Handhelds kommt für Nintendo zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt -- bleiben doch die GameCube-Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück; und auch das Vertrauen der PC- und Videospiele-Entwickler in die Konsole scheint zu schwinden. So gab Codemasters kürzlich bekannt, alle für den GameCube geplanten Spiele erst einmal auf Eis zu legen. (daa)