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Die Loveparade-Panik im Internet

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Die am vergangenen Samstag in Duisburg abgehaltene Loveparade hat einen Massenandrang ausgelöst, dem nach Kenntnisstand von Sonntagnachmittag 19 Menschenleben zum Opfer gefallen sind. In der öffentlichen Aufarbeitung kommen jetzt vermehrt Beiträge ans Licht, in denen zum Teil schon im Voraus massive Sicherheitsbedenken vorgebracht worden waren.

"Was sich Veranstalter und Stadt hier erlauben, ist eine gefährliche Frechheit. Eine Örtlichkeit zur Verfügung zu stellen, die maximal 350.000 Leute aufnehmen kann, obwohl man ahnt, dass ca. 800.000 Leute kommen werden, wird die Stimmung kippen lassen" war im Portal der WAZ-Mediengruppe schon zwei Tage vor dem Ereignis zu lesen. Weitere Befürchtungen aus derselben Zeit lauteten, es sollte eine Million Menschen durch eine "1-spurige! TUNNELSTRAßE! [...] mit zwischendurch 2 kleinen Trampelpfaden" dirigiert werden. Das Resümee des Posters "Ich seh schon Tote" brachte die Verantwortlichen aber offenbar nicht zum Überdenken ihres Sicherheitskonzepts, wenn es denn überhaupt bis zu ihnen vorgedrungen ist.

Während der Veranstaltung erschienen gegen 18 Uhr erste, inzwischen vom Netz genommene Fotos, die das Ausmaß des Gedränges dokumentierten. Auch Youtube-Videos zeigen die Lage zu dieser Zeit und wiederholen unter anderem die Live-Berichterstattung des Westdeutschen Rundfunks. Dieser will am Sonntag eine ausführliche Sonder-Berichterstattung im Fernsehen sowie mit Begleitinformationen im Internet bringen.

Die offizielle Webseite zur Loveparade ist mittlerweile als schwarze Trauerbekundung umgestaltet und verweist die Angehörigen der Opfer auf eine telefonische Hotline der Stadt Duisburg unter der Nummer 02 03 / 9 40 00. (hps)

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