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Die RISC-V Foundation verlegt ihren Sitz aus den USA in die Schweiz

Die Stiftung, die die offene Prozessorarchitektur RISC-V vorantreibt, verlässt die USA aus Sorge vor Handels- und Ausfuhrbeschränkungen.

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(Bild: RISC-V Foundation)

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Die 2015 gegründete RISC-V Foundation kehrt den USA den Rücken, weil einige ihrer über 320 Mitglieder Einschränkungen befürchten. Einige der ersten fertigen Chips mit der offengelegten CPU-Mikroarchitektur kommen aus China, dem Ziel von US-Sanktionen. Auch die EU setzt bei der European Processor Initiative (EPI) auf RISC-V für (KI-)Rechenbeschleuniger.

Die Geschäftsführerin der RISC-V Foundation, Calista Redmond, äußerte sich gegenüber Reuters zum Umzug. Demnach "befürchten einige Stiftungsmitglieder geopolitische Verwerfungen" und würden es begrüßen, "wenn die Stiftung ihren Sitz nicht in den USA hätte". Welche Mitglieder diese Befürchtungen äußerten, verriet Redmond dabei nicht.

Reuters zitiert einige republikanische US-Politiker, die die Entscheidung der RISC-V Foundation kritisieren. Demnach befürchtet Mike Gallagher aus Wisconsin wachsenden Einfluss aus China. Tom Cotton aus Arkansas weist darauf hin, dass auch Mittel des US-Verteidigungsministeriums in die Entwicklung von RISC-V-Techniken flossen. Das betrifft etwa das aktuelle DARPA-Projekt System Security Integration Through Hardware and Firmware (SSITH), aber auch die Programme Power Efficiency Revolution for Embedded Computing Technologies (PERFECT) und Circuit Realization at Faster Timescales (CRAFT).

Die RISC-V Foundation hat mehr als 320 Mitlieder weltweit.

(Bild: RISC-V Foundation)

Zu den Gründungsmitgliedern der RISC-V Foundation gehören große US-Unternehmen wie Google, Qualcomm, Micron, Western Digital und Nvidia, aber etwa auch Microchip und Rambus. Auch Rüstungsfirmen wie Honeywell, Northrop Grumman, BAE Systems und Thales sind im Boot. Aus China sind unter anderem Huawei und Alibaba beteiligt, aber es gibt auch Mitgliedsfirmen etwa aus Taiwan, aus der EU und vielen anderen Regionen und Ländern.

Die RISC-V-Mikroarchitektur ist offengelegt; wer aber einen Chip mit RISC-V-Logo verkaufen möchte, muss Mitglied der RISC-V Foundation sein und Jahresbeiträge ab 5000 US-Dollar zahlen.

Zu den ersten Produkten mit RISC-V-Technik gehören etwa der Mikrocontroller GD32VF103CBT6 der chinesischen Firma GigaDevices oder auch der Kendryte KD210 von Canaan, ebenfalls aus China. Aber die US-Firma SiFive liefert ebenfalls schon einige RISC-V-Chips wie Freedom U540 und E310.

Zur RISC-V-Technik siehe auch bei heise+:

[Update:] RISC-V-Chips ergänzt. (ciw)