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Die Roboter-Busse: Wie wenig selbstständig autonome Busse noch sind

Allein in Europa gibt es bereits zehn öffentliche Autonome-Bus-Projekte, davon vier in Deutschland. Laut c't-Recherchen fährt aber kein einziger der "Roboterbusse" wirklich selbstständig.

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Die Roboter-Busse: Wie wenig selbstständig autonome Busse noch sind

Der EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg ist einer von vier Orten in Deutschland, an denen man sich von einem autonomen Shuttle kutschieren lassen. Eingesetzt wird dort das Modell EZ10 des französischen Herstellers Easymile.

(Bild: c't / Jan-Keno Janssen)

Autonomes Fahren findet längst nicht mehr nur auf gesicherten Test-Strecken statt – jeder, der Lust hat, kann sich heute in einem Roboter-Fahrzeug herumkutschieren lassen. Allein in Europa gibt es zurzeit zehn öffentlich zugängliche Nahverkehrs-Projekte mit autonomen Shuttles, davon vier in Deutschland: in Berlin am EUREF-Campus, Charité-Campus und den Virchow-Kliniken sowie im niederbayrischen Bad Birnbach.

In der Theorie klingt "autonomes Shuttle" deutlich futuristischer als in der Praxis: Laut c't-Recherchen in Berlin, Bad Birnbach und Las Vegas ist keine der Strecken länger als 1,5 Kilometer und die Fahrtgeschwindigkeit nie höher als 15 km/h.

Vor allem fährt keines der Shuttles wirklich autonom: Es muss immer eine Begleitperson im Bus sitzen, die manuell Hindernisse umfährt oder nach einem Stopp die Fahrt wieder freigibt. Die in Europa eingesetzten Shuttles, die übrigens allesamt von den beiden französischen Firmen Easymile und Navya stammen, können lediglich wie auf Schienen eine programmierte Strecke abfahren – und bei Hindernissen stehenbleiben.

Das funktioniert dank LIDAR- und etlicher anderer Sensoren zwar absolut zuverlässig; aber zum wirklich vollautonomen Fahren gehört auch das sichere Umfahren von Hindernissen. Das kann noch keines der Shuttles, obwohl diese nicht nur mit den Echtzeit-Daten arbeiten, sondern sogar auf ein vorproduziertes 3D-Modell der gesamten Umgebung zurückgreifen können.

Wann (und ob) echtes autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr irgendwann funktioniert, steht noch völlig in den Sternen. Mobilitätsforscher Dr. Andreas Knie geht im c't-Interview davon aus, dass autonomer Nahverkehr erst einmal in Stadt-Randgebieten in "reizfreier Umgebung" stattfinden wird – also in vom restlichen Straßenverkehr abgesperrten Bereichen.

Noch können die Busse zwar zuverlässig stoppen, wenn sie ein Hindernis sehen. Sie könnten das Hindernis aber nicht bewerten – also klassifizieren, was wichtig ist und was nicht. Genau das müssten sie aber, um selbstständig Hindernisse zu umfahren.

Die vollständige Reportage aus c't 10/2018 lesen Sie auf c't.de:

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