Die Spannung steigt: Dritter Kontaktversuch zur Kometensonde Philae

Was macht Philae? Der Landeroboter auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko könnte langsam wach werden. Am Freitag soll der inzwischen dritte Kontaktversuch beginnen.

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Philae liegt offenbar deutlich mehr im Schatten als in dieser künstlerischen Darstellung.

(Bild: ESA/ATG medialab)

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Die Raumsonde Rosetta beginnt an diesem Freitag ihren dritten Versuch, wieder Kontakt zum Landeroboter aufzunehmen. Die Kommunikationseinheit auf Rosetta werde wieder eingeschaltet, teilte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec am Mittwoch mit. "Im Mai und Juni gibt es eine realistische Hoffnung, dass wir wirklich den Kontakt aufbauen." Am 13. August komme der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko der Sonne am nächsten. Die Kommunikationseinheit auf Rosetta bleibe mindestens bis zum 17. August eingeschaltet.

ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Philae war im November nach zehnjähriger Reise auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko im Schatten gelandet, hatte noch einige Daten gesendet und war dann wegen Strommangels in den Winterschlaf gefallen. Der Roboter muss nun auf die Sonne warten, um zu neuer Energie zu kommen und sich dann melden zu können.

Bei ersten Versuchen im März und April war der Lockruf von Rosetta ohne Reaktion verhallt, Philae meldete sich nicht zurück. "Das Problem, das wir haben, sind die kalten Temperaturen. Der Lander hat sehr viel Schatten und wird nur kurz von der Sonne angestrahlt. Er bleibt sehr kalt", erläuterte Ulamec. Philae müsse im Inneren wärmer als minus 45 Grad werden. Die Wissenschaftler hofften aber, dass die Sonnenenergie nun ausreicht.

Wegen der unklaren Landesituation sei es schwierig, ein Temperaturmodell zu erstellen, sagte Ulamec: Ist Philae von oben frei, so dass die Sonne ungehindert darauf scheinen kann? Oder ist er in eine Höhle gerutscht? Es gebe zwar Panorama-Bilder, aber die Situation über dem Lander sei nicht eindeutig. "Es gibt viele Unsicherheiten", sagte der Wissenschaftler.

Aufnahmen von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (38 Bilder)

67P/Tschurjumow-Gerassimenko aus 12 Kilometern Entfernung, aufgenommen am 19. März 2016
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO)


Ende März hatte 67P/Tschurjumow-Gerassimenko so viel Staub aufgewirbelt, dass Rosetta auf einem dichten Überflug Probleme mit der Orientierung hatte. Die Sonde ging auf Distanz, nähert sich jetzt wieder an und hat nach DLR-Angaben nun einen Abstand von 80 Kilometern.

Die ersten Bilder vom Kometen nach der Landung von Philae (14 Bilder)

Dieses Bild zeigt einen Fuss von Philae vor dem Kometenboden.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)

(mho)