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Die Top Level Domains bekommen langsam Zulauf

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Wer sich beeilt, hat vielleicht noch Glück und ergattert eine der ersten .name-Adressen im Web. Global Name Registry nimmt noch bis heute Abend von Registraren aus aller Welt Vorregistrierungen für die dritte der neuen Top Level Domains entgegen, bestätigte GNR-Sprecherin Gertrude Bakel gegenüber heise online. Ins Web gehen die neuen, privaten Emailadressen a la www.otto.normalverbraucher.name erst ab dem 15. Januar. An diesem Tag endet auch die zweite Vorregistrierrunde.

Das .name-Angebot ist das beste Beispiel dafür, dass es im Domaingeschäft inzwischen nicht mehr einfach darum geht, eine Adresse zu registrieren. Richtig teuer sind die so genannten "Intellectual Property-Produkte". Zum Beispiel können Unternehmen an sich unverkäufliche Second-Level-Domains unter ".name" sperren. Ein Unternehmen wie McDonalds könnte so beispielsweise mcdonalds.name durch eine bis zu mehrere tausend Mark teure "defensive Registrierung" blockieren und per "Name-Watch" überwachen lassen. Emmi McDonalds muss dann ihr höchstpersönliches Anliegen an der Domain emmi.mcdonalds.name dokumentieren, um die Domain zu bekommen.

Viel Kritik hat sich Global Name Registries dafür eingehandelt, dass die potenziellen persönlichen Domaininhaber für die Emailweiterleitung noch einmal soviel bezahlen müssen wie für die Domain, die auf dem deutschen Markt etwa bei einem Preis zwischen 50 und 120 Mark liegt. Die Mailweiterleitung ist an die Registry gebunden, weil diese die Hoheit über die Namen auf der zweiten Ebene behält, um mehr Eigennamen vergeben zu können. 64 Registrare bieten .name-Adressen, allerdings müssen manche Registrare erst noch den Start von .info und .biz verdauen. Genaue Zahlen zu den Anmeldungen in der ersten Runde lägen bislang nicht vor, erklärte Bakel.

Derweil gab .biz-Anbieter Neulevel bekannt, dass man inzwischen bereits 500.000 .biz-Domains -- Afilias vermeldete 675.000 .info-Domains -- registriert habe. Noch nicht ausgestanden aber sind die Folgen des Prozesses, der das Start-up-Procedere zu einer illegalen Lotterie erklärt hatte. Unter den Registraren wird derzeit NeuLevels Ankündigung diskutiert, die für die Vorabregistrierung erhobenen zwei US-Dollar für all die Namen zurückzubezahlen, die mehrfach angefragt wurden. "Erwarten die wirklich, dass die Registrare ihren Kunden das zurückbezahlen?", stöhnen bereits jetzt einzelne Registrare. "Haben die eine Ahnung, wie viel Zeit und Geld so etwas kostet?" Eine Reihe von Registraren erwägt inzwischen, sich gemeinsam gegen die .biz-Klage zu wehren, um das Verfahren doch noch für zulässig erklären zu lassen.

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat dagegen bald alle Verträge mit den sieben neuen TLDs unter Dach und Fach. Die Verhandlungen mit den Anbietern von .museum und .coop sind abgeschlossen und für .aero wurde gestern eine Beschwerde des Reisegurus Edward Hasbrouck zurückgewiesen. Damit gibt es auch für die für die Luftfahrtindustrie gedachte Domain grünes Licht. Nur um die letzte der sieben neuen Domains, .pro für verschiedene Berufsgruppen, wird jetzt noch verhandelt.

Wann es eine weitere Runde mit TLDs geben wird, ist noch offen. ICANNs Task Force zur Evaluierung der ersten Runde der Neueinführungen veröffentlichte vor kurzem ihren Zwischenbericht. Der aber formuliert jedoch nur die notwendigen Fragen, denen man sich widmen will … (Monika Ermert) / (jk)