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Die deutsche Ausgabe der Huff Post wird eingestellt

Als die Huffington Post nach Deutschland kam, hatte es viel Kritik und Ängste vor der neuen Konkurrenz gegeben. Nun wird das Portal geschlossen.

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Die deutsche Ausgabe der HuffPost wird eingestellt

Die deutsche Ausgabe der Huff Post wird zum 31. März nach etwas mehr als fünf Jahren eingestellt. Das teilte der Medienkonzern Hubert Burda Media am Freitag mit. Zwar hätten der Verlag und das internationale Team des US-Onlinemagazins intensiv in das Angebot investiert, aber man habe sich zuletzt nicht auf eine gemeinsame Unternehmensstrategie einigen können, sagte eine Sprecherin der dpa. Mit den 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden Gespräche über einen Verbleib im Unternehmen geführt.

Zum Abschied verweist der Verlag auf den Erfolg der Plattform: "Die deutsche Huff Post hat gezeigt, dass man innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top 10 führen kann." Eine Lizenzvergabe des Titels durch ein anderes Unternehmen in Deutschland sei nicht geplant. Man sei stolz auf die Entwicklung und danke dem gesamten Team für Engagement und Leidenschaft, versichern die Verantwortlichen bei Burda.

Die redaktionelle Leitung der Huffington Post in Deutschland lag zuletzt in den Händen von Kinga Rustler und Benjamin Reuter. Zunächst war ab Ende 2013 Sebastian Matthes Chefredakteur für die deutsche Ausgabe. Der Digitalexperte wechselte 2017 als Stellvertreter von Chefredakteur Sven Afhüppe zum Handelsblatt. Aus Editorial Director (Herausgeber) fungierte der ehemalige ZDF-Moderator Cherno Jobatey. In den USA gibt es die Huff Post, die vorher Huffington Post hieß, bereits seit 2005. Benannt ist das Portal nach der Mitbegründerin und langjährigen Chefredakteurin Arianna Huffington.

In den USA war die Huffington Post mit der Mischung auf Blogeinträgen, schnellen Nachrichten und Links zu Artikeln anderer Medien schnell sehr erfolgreich. 2011 hatte AOL das aufstrebende Nachrichtenportal für mehr als 300 Millionen Dollar gekauft. Vor dem Sprung auf den deutschen Markt hatte es von etablierten Marken viel Skepsis und Kritik an dem kostenlosen und werbefinanzierten Modell des Portals gegeben.

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner etwa hatte gewettert, "die Huffington Post widerspricht unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten der Verlage. Deswegen ist die Huffington Post das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus". Sein Konzern galt schon damals als treibende Kraft bei der Umstellung auf Bezahlmodelle im Internet. (mho)

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