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Die individuelle Suchmaschine hosten lassen

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In Berlin hielt der gemeinnützige "Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs", kurz SuMa-ev, am heutigen Donnerstag sein drittes Forum ab, in dem sich Suchmaschinenexperten zu technischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Aspekten der Suchdienste austauschten.

Ein zentrales Thema des SuMa-eV ist die Kritik an monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs, namentlich die Vorherrschaft von Google im Suchmaschinenmarkt. Daran werden auch die Start-ups des Web 2.0 nichts ändern, so der Marktforscher Alexander Linden. Von den Netzwerkeffekten, der "Währung" im Web 2.0, werden am ehesten die Unternehmen profitieren, die bereits eine große Benutzerbasis besitzen – allen voran Google, Yahoo und Microsoft. Für sie ist es am einfachsten, einen neuen Dienst zu etablieren. Wo andere viel Werbeaufwand betreiben müssen, reicht es ihnen häufig, einen Link auf ein neues Angebot zu setzen. Google selbst unterstrich diese These in persona des Pressesprechers Stefan Keuchel, der etliche kürzlich neu eingeführte Dienste präsentierte.

Interessante Neuerungen gab aus dem SuMa-Lab, der Erprobungsplattform für neue Techniken. Unter www.opencrawl.de bietet der SuMa-eV Interessierten die Möglichkeit, eine individuelle Suchmaschine hosten zu lassen. Michael Christen stellte Neuerungen "seiner" dezentralen Suchmaschine YaCy vor. Mittlerweile 65 Knotenrechner des Projekts indexieren 300 Millionen Seiten. Interessierte sind nach wie vor willkommen, sich an YaCy zu beteiligen. Auch Markus Franz, der Entwickler von Metager2, stellte ein neues Projekt vor: Die Multimediasuchmaschine M4 wirft gleichzeitig Text-, Audio-, Bild- und Videoergebnisse aus.

Vom Quaero-Forschungsprojekt, in der Presse oft als Europas Antwort auf Google hochstilisiert, gab es nichts Neues. Der Vortrag über Quaero wurde kurzfristig abgesagt. Dabei sei der Erfolg des Projekts entscheidend für die Suchmaschinenforschung in Europa, verdeutlichte der SuMa-eV-Vorsitzende Wolfgang Sander-Beuermann. Wenn Quaero kein Erfolg werde, sei der Zug ein für allemal abgefahren. (jo)