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Technology Review

Die neue Waffe gegen Bakterien

Manche Viren fressen krankmachende Bakterien einfach auf. Sie sind die neue Hoffnung im Kampf gegen sich ausbreitende Antibiotika-Resistenzen.

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Die neue Waffe gegen Bakterien

Der T4-Phage ist auf Escherichia-coli-Bakterien spezialisiert. Mit seinem Bauplan gilt er als als Prototyp der Bakteriophagen.

(Bild: Dept. of Micobiology, Biozentrum / Science Photo Library)

Seit Jahrzehnten mühen sich westliche Pharmahersteller, das schwindende Arsenal wirksamer Antibiotika zu erweitern – ohne viel Erfolg. Nun könnte die neue Hoffnung ausgerechnet aus dem ehemaligen Ostblock kommen. Und obwohl das schon eine überraschende Nachricht ist, dürfte die Art der Therapie noch weit überraschender sein, wie im aktuellen Septemberheft der Zeitschrift Technology Review (jetzt am Kiosk und im heise shop erhältlich) zu lesen ist. Denn im Kampf gegen Bakterien bauen etliche Forscher nun auf Viren, von denen die Menschen im Allgemeinen wenig Positives erwarten.

Aber bei den Phagen ist das anders. Sie haben das Zeug, gefährliche Bakterien wie den Cholera-Erreger zu vernichten und können vielleicht auch helfen, wenn Keime bereits gegen Antibiotika resistent ist. Wichtig ist herauszufinden, welcher Virus im konkreten Fall eingesetzt werden kann, denn die Phagen sind auf einen Erreger spezialisiert.

Während die Forschung hierzulande noch im Aufbau begriffen ist, verfügen die Ostblockstaaten schon über eine jahrzehntelange Erfahrung mit den im Westen kaum bekannten Mitteln. Denn jenseits des Eisernen Vorhangs hatten die Menschen praktisch keinen Zugang zu Antibiotika und benötigten somit Alternativen. Als Wiege der Methode gilt Georgiens Hauptstadt Tiflis. Hier arbeiteten während des Kalten Krieges an die tausend Mitarbeiter im Eliava-Institut für Phagentherapie und produzierten täglich einige Tonnen der Arzneien. Doch nach der Auflösung der Sowjetunion verlor die Behandlung stark an Bedeutung.

Erst mit den zunehmenden Resistenzen von Pneumokokken, Salmonellen und Kolibakterien hat man sich auf die für westliche Forscher etwas wunderliche Therapie besonnen. So wird im Leibniz-Institut DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen) in Braunschweig derzeit eine Phagensammlung aufgebaut. Und auch in anderen Ländern wie Australien, Frankreich, den Niederlanden und den USA testen Mediziner den Einsatz von Tinkturen und Cocktails.

Mehr dazu lesen Sie in der neuen Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich.) (Susanne Donner ) / (inwu)

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