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Airbags: Die versteckte Blackbox im Auto

Dass vernetzte Autos Fahrdaten speichern, ist bekannt. Was kaum jemand weiß: Auch die Airbag-Steuergeräte in älteren Autos erfassen detaillierte Bewegungsdaten.

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Die versteckte Blackbox im Auto

Die Speicherung von Unfalldaten im Airbag-Steuergerät ist zwar kein Novum, doch kaum ein Kunde weiß davon. Anders in den USA: Hier schreibt der Gesetzgeber genau vor, welche Daten die Hersteller im Falle des Unfalls im Auto speichern müssen. Dazu zählen zum einen Daten über den eigentlichen Unfall, etwa die auftretenden Beschleunigungen oder die Zeiten, wann welcher Airbag ausgelöst wurde. Zum anderen muss der Hersteller auch sogenannte "Pre-Crash"-Daten erfassen: Etwa die Fahrzeuggeschwindigkeit oder die Aktivitäten von Gas- und Bremspedal unmittelbar vor der Kollision.

Die Fahrzeughersteller können diese Daten als Nachweis nutzen, dass ihre Systeme fehlerfrei funktioniert haben. Die Daten können auch Hinweise zur Klärung des Unfallhergangs liefern. Die Pre-Crash-Daten sind von besonderer Bedeutung. Schließlich geben Sie darüber Auskunft, wie schnell das Fahrzeug kurz vor dem Unfall tatsächlich unterwegs war.

Doch wie ist es in Deutschland aus? Welche Unfalldaten werden in deutschen Fahrzeugen tatsächlich gespeichert und inwieweit lassen sie sich auslesen? Um das zu beantworten, haben wir uns vier Airbag-Steuergeräten aus Audi-, BMW-, Mercedes- und VW-Unfallwagen besorgt und untersucht.

Es liegt die Vermutung nahe, dass die Daten prinzipiell auch in Nicht-US-Fahrzeugen vorhanden sind. Unsere Tests bestätigten das: Aus dem Mercedes Steuergerät ließen sich sämtliche Daten auslesen, die konform zu den US-Vorgaben sind – also Messwerte über den eigentlichen Unfall als auch die Pre-Crash-Daten. Bei den anderen Steuergeräten gelang es uns – mit einer Ausnahme – auf einige Daten zuzugreifen.

Bei unseren Untersuchungen fiel zudem auf, dass die Daten nicht unbedingt manipulationssicher gespeichert sind. Der Zugriff auf die Flash-Speicher ist nicht eingeschränkt, sodass sich die Daten mit dem nötigen Wissen manipulieren lassen.

Bei unserer Stichprobe erlaubten die von uns ausgelesenen Informationen in mindestens einem Fall detaillierte Rückschlüsse auf den Unfallhergang. Es sollte deshalb eindeutige Regeln geben, welche Daten die Steuergeräte erfassen, wer sie auslesen kann und was mit ihnen gemacht werden darf. Vor allem sollten die PKW-Besitzer über die Blackboxen ihrer Autos aufgeklärt werden.

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 22/2018:

(spo)

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