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Diesel-Skandal: Bundesregierung erwägt angeblich Hardware-Nachrüstung bei Diesel-Autos

In der Bundesregierung wird überlegt, Diesel-Autos mit SCR-Katalysatoren nachrüsten zu lassen, berichtet "Der Spiegel". Dabei sollen zunächst Autos aus bestimmten Regionen drankommen.

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Diesel-Skandal: Bundesregierung erwägt angeblich Hardware-Nachrüstung bei Diesel-Autos
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Die Bundesregierung erwägt, einen Teil der in Deutschland zugelassenen Diesel mit SCR-Katalysatoren nachrüsten zu lassen. Betroffen sein sollen laut einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel jene Modelle, für die es bereits Nachrüstsets gibt; also vor allem jene Modelle, die auch in die USA exportiert werden und dort viel strengere Schadstoffgrenzwerte einhalten müssen.

Nachgerüstet werden solle demnach zunächst nur in Regionen, die besonders von Fahrverboten bedroht sind: Stuttgart, das Rhein-Main-Gebiet oder München. Die Autokonzerne sollen dafür in einen Fonds 5 Milliarden Euro einzahlen, die Regierung würde Geld zuschießen. Die zuständigen Bundesminister wollen sich gemeinsam mit der Bundeskanzlerin auf ihrer Klausurtagung kommende Woche auf Schloss Meseberg über das weitere Vorgehen in der Dieselkrise abstimmen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lässt sich gegenüber heise online mit den Worten zitieren: "Wir kommentieren nicht Spekulationen vor Meseberg, sondern arbeiten hart in Meseberg – mit dem Ziel, dass die Luftqualität in unseren Städten noch besser wird. Dabei ist unsere Leitlinie der Koalitionsvertrag."

Dort heißt es zum Thema "Diesel", die Regierung wolle "insbesondere die Schadstoffemissionen aus dem Straßenverkehr an der Quelle weiter reduzieren. Dazu gehören – soweit technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar – technische Verbesserungen von Fahrzeugen im Bestand." Auf Basis der Ergebnisse der laufenden Untersuchungen zu Hardware- Nachrüstungsvarianten soll über technische Nachrüstungen entschieden werden. Die Automobilindustrie wehrte sich bislang unter anderem wegen hoher Kosten gegen Hardware-Nachrüstungen und setzt auf Software-Updates.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(anw)

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