Digital Ethereal: Künstler macht WLAN mit Arduino sichtbar

Isaac Newton prägte den Begriff Spektrum nach dem lateinischen Wort für "Geist". Der Künstler Luis Hernan zeigt mit seinen bunten Fotos die unsichtbaren elektromagnetischen Wellen in unserer Welt.

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Von
  • Philip Steffan

Für den Künstler Luis Hernan sind die uns umgebenden elektromagnetischen Strahlen eine Art moderne Gespenstwesen: Sie umgeben uns, sind aber für das bloße Auge unsichtbar. Seine Arbeit Digital Ethereal will in der Tradition der Geisterfotografie den "Hertz'schen Raum" (Hertzian Space), in dem Menschen und Geräte interagieren, sichtbar machen.

Luis Hernan: Digital Ethereal (5 Bilder)

Architecture Entrance

Mit einem Kirlian-Gerät macht Luis Hernan WLAN-Netze sichtbar und farbig.
(Bild: Digital Ethereal)

Für seine Fotos hat Hernan ein Gerät aus einem Arduino mit einem RGB-LED-Streifen konstruiert, der je nach WLAN-Stärke im Farbspektrum von blau bis rot leuchet. Die Konstruktion bewegt er wie beim Lightpainting im Raum und hält diese Szene mit einer Langzeitbelichtung fest. In Anlehnung an die Koronaentladungs-Fotografie, der ebenfalls zugeschrieben wird, Übernatürliches sichtbar zu machen, bezeichnet Luis Hernan es als Kirlian-Gerät. Wer ihm nacheifern will, kann das Gerät nachbauen.

Etwas einfacher geht es mit der gleichnamigen Android-App, die Hernan ebenfalls entwickelt hat. Sie visualisiert die WLAN-Stärke über die Displayfarbe. Man kann die App im Play Store sowie im Quelltext für die Entwicklungsumgebung Processing herunterladen.

Bereits 2011 hatten Timo Arnall, Jørn Knutsen und Einar Sneve Martinussen mit einem sehr ähnlichen Projekt WLAN-Signale sichtbar gemacht: Ihr Film Immaterials visualisiert die Signalstärke nicht in verschiedenen Farben, sondern durch eine LED-Leiste. Ihre Querschnitte durch den öffentlichen Raum wurden dadurch zu Karten einer digitalen Landvermessung des Unsichtbaren. (phs)