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Digital-Fernsehen auf dem Vormarsch

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Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hat der Deutschen Telekom einen Großauftrag in Höhe von 1,1 Milliarden Mark erteilt. Wie der Bonner Telefonriese am heutigen Mittwoch berichtete, umfasst der Vertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2006 unter anderem die Bereitstellung von Fernseh-Leitungsnetzen und -Sendeanlagen zur Versorgung der Bundesrepublik mit dem ZDF-Programm. ZDF-Intendant Dieter Stolte erklärte, der Vertrag sei die Grundlage für den Einstieg in das digitale terrestrische Fernsehen in Deutschland.

Das "digitale Fernsehen" meint bisher lediglich, dass die Verbreitung in digitaler Form erfolgt. Für den Empfang und die Darstellung sind spezielle digitale Empfänger nötig, die die Signale konvertieren und zur herkömmlichen Wiedergabe im ehrwürdig ergrauten PAL-Format an analoge Fernseher weitergeben. In Europa nutzt man dafür die so genannten DVB-Spezifikationen (Digital Video Broadcasting, siehe dazu auch DVB – Fernsehen wird digital in Ausgabe 17/2000 von c't).

Während schon etliche Fernseh- und Radiosender ihre Programme über TV-Kabel und Satelliten digital ausstrahlen, hat die "terrestrische" Ausstrahlung per Funk mittels der Technik DVB-T in Deutschland noch nicht so recht Einzug gehalten – im wesentlichen wegen knapper Frequenzen. DVB-T ist der herkömmlichen analogen terrestrischen Ausstrahlung in mehrfacher Hinsicht überlegen. So ist es beispielsweise weniger fehleranfällig und erlaubt auch störungsfreien mobilen Betrieb, etwa in Fahrzeugen.

Bisher gibt es hierzulande lediglich einige regional begrenzte DVB-T-Feldversuche, zum Beispiel in Norddeutschland oder Berlin. Den allmählichen Umstieg zum bundesweiten Regelbetrieb erwarten Experten frühestens ab Sommer 2001. Dabei werden anfänglich die öffentlich-rechtlichen Sender bevorzugt behandelt, denn in den ersten fünf Jahren sollen sie die Hälfte der bereits bereitgestellten Funk-Ressourcen für Digital-TV erhalten. Parallel sollen aber vorübergehend zusätzliche Frequenzen her, die die Einführung erleichtern und "mittelfristig" dann je nach Region einem bis mehreren Dutzend Programmen zu Fahrkarten auf dem DVB-T-Zug verhelfen sollen. (dz)