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Digital-Gipfel: Wirtschaftsminister Altmaier stürzt von der Bühne

Wirtschaftsminister Peter Altmeier war zum Digital-Gipfel der Bundesregierung gekommen, um Gaia X als europäische Alternative zu US-Cloud-Anbietern vorzustellen

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Wirtschaftsminister Peter Altmeier während seiner Rede über Gaia X auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung

(Bild: heise online / Torsten Kleinz)

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Schockmoment beim Digital-Gipfel : Nach seiner Rede ist Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der Bühne gestürzt und hat sich verletzt. Laut einer Ministeriumssprecherin ist er in ärztlicher Behandlung – über seinen Zustand wurden keine genauen Angaben gemacht. Er soll aber bei Bewusstsein sein.

Aufregung auf dem Digital-Gipfel: Peter Altmeiner wird nach seinem Sturz beim Verlassen der Bühne abgeschirmt, der Gipfel wird für einige Zeit unterbrochen.

(Bild: heise online / Torsten Kleinz)

Altmaier war nach Dortmund zum Digitalgipfel gekommen, um das neue Projekt "Gaia X" vorzustellen, mit dem die Bundesregierung in Kooperation mit Frankreich und Industriepartnern eine europäische Alternative zu den überwiegend US-basierten Cloud-Anbietern schaffen will. Mit dem Projekt wollen die Regierungen Teile der digitalen Wertschöpfung wieder zurück nach Europa holen.

Hierbei soll insbesondere die Stärke in der Produktion den neuen Aufbau von lukrativen AI-Anwendungen ermöglichen. Die Vertreter der auf dem Gipfel vertretenen Plattformen äußerten die Hoffnung, dass der Rückstand bei der Digitalisierung durch die schnelle Einführung von Künstlicher Intelligenz und neuer Plattformen aufgeholt werden könnte. "Wir wollen nicht nur Zuschauer sein, wir wollen gestalten", sagte Altmaier in seiner Eröffnungsrede. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Frankreich hob der Wirtschaftsminister hervor. So sprach er von einem "Airbus für Künstliche Intelligenz".

Gaia X soll die notwendige Infrastruktur schaffen, auf der Firmen und Behörden verlässliche Cloud-Anwendungen ausführen können. Zudem sollen Synergieeffekte genutzt werden, indem Daten zwischen den unterschiedlichen Beteiligten geteilt werden könnten. Genaue Details sind allerdings noch nicht bekannt. Eine angesetzte Pressekonferenz wurde nach dem Unfall des Ministers auf unbestimmte Zeit verschoben.

In Dortmund kündigte Altmaier außerdem eine härtere Gangart im Wettbewerbsrecht an. Es soll verhindert werden, dass weltumspannende Plattformen ganze Märkte übernehmen können. Auf der anderen Seite will Altmaier auch die europäische Konkurrenz stützten. So seien europäische Startups zwar innovativ und bis zu einem gewissen Punkt erfolgreich. Bei der dritten Finanzierungsrunde würden sie sich aber wieder im US-Markt für Venture Capital bedienen. "Wir müssen verhindern, dass es zu einem Ausverkauf unserer besten Ideen kommt", sagte Altmaier. Dazu soll unter anderem ein massives Investitionsprogramm gehören, zum anderen sollen Startups von Steuerverpflichtungen befreit werden.

[Update 29.10.2019 14:54]:

Peter Altmaier erlitt bei dem Sturz beim Abgang von der Bühne einen Nasenbeinbruch und trug eine Platzwunde, Prellungen und Schürfwunden davon. Das ergab die Untersuchung im Krankenhaus, wie dpa aus Regierungskreisen erfuhr. Nach dem Unfall wurde der CDU-Politiker in der Klinik untersucht. Er wird nicht an der Sitzung des Bundeskabinetts an diesem Mittwoch in Berlin teilnehmen. (jk)